29.04.2020 11:34 |

Mozilla-Test

Diesen Videokonferenz-Apps kann man nicht trauen

Ob Zoom, Skype oder WhatsApp: Videokonferenz-Anwendungen sind aktuell gefragter denn je. Doch welchen Apps kann man trauen und von welchen sollte man aus Datenschutzgründen besser die Finger lassen? Der Firefox-Entwickler Mozilla hat gängige Anwendungen untersucht. Drei davon erfüllten die minimalen Sicherheitsanforderungen nicht.

Für ihre Untersuchung nahmen die Mozilla-Experten 15 der gängigsten Videokonferenz-Anwendungen unter die Lupe - von Zoom über Skype bis HouseParty und Discord. Untersucht wurde unter anderem, ob und inwieweit die Anwendungen Nutzerdaten teilen, ob die Kommunikation verschlüsselt wird, wie auf Sicherheitslücken reagiert wird und wie schnell diese mittels Update gestopft werden. Die detaillierten Ergebnisse wurden auf der Mozilla-Website in einem Leitfaden veröffentlicht.

Lediglich drei der insgesamt 15 untersuchten Anwendungen erfüllten Mozillas minimale Sicherheitsanforderungen demnach nicht, nämlich Doxy.me, Houseparty und Discord. Letzteres sammelt „mehr Informationen, als uns lieb ist“, wie Mozilla in einem Blogeintrag schreibt. So speichere die App beispielsweise Angaben über Kontakte der Nutzer, wenn diese ihre Social Media-Accounts verlinkt hätten. Houseparty scheint dagegen ein „persönliches Datenvakuum“ zu sein, wenngleich die Experten der Anwendung attestieren, „mehr Spaß“ als andere der untersuchten Apps zu machen.

Hervorgehoben wird auch Facebook, weil es eine Vielzahl persönlicher Informationen sammelt, darunter Name, E-Mail und Standort des Nutzers, aber auch Informationen über dessen Kontakte und Informationen, die diese Kontakte wiederum über den Nutzer freigegeben haben.

Wettbewerb gut für Nutzer
Positiv dagegen ist laut Mozilla, dass alle Anwendungen über eine integrierte Funktion zum Schutz vor unerlaubten Aufzeichnungen verfügen. Bei den meisten Anwendungen hätten Hosts zudem die Möglichkeit, Regeln zu definieren, beispielsweise wer die Stummschaltung aufheben und wer seinen Bildschirm mit anderen Nutzern teilen kann. Die beiden Open-Source-Anwendungen im Test, Jitsi Meet und Signal, verfügten zudem über einen „starken Schutz der Privatsphäre“.

Gut aus Sicht der Verbraucher sei außerdem, dass unter den Anwendungen derzeit ein starker Wettbewerb herrsche, der dazu führe, dass die Anbieter schnell auf Sicherheitsbedenken reagierten und ihre Anwendungen regelmäßig um neue Funktionen erweiterten.

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