Feuerwehr zieht Bilanz

Größter Waldbrand: Was gut klappte, was noch fehlt

Steiermark
15.05.2026 08:17

Diese Woche endete in Eisbach-Rein – nach 17 Tagen – der bislang größte Waldbrand-Einsatz der Steiermark. Führende Feuerwehrkräfte schildern der „Krone“, wie der Großeinsatz gelaufen ist und welche Lehren sie aus dem Inferno ziehen. 

„Brand aus!“ – Am Montag um 9.25 Uhr fielen nach 17 Tagen endlich die erlösenden Worte. „Da ist mir schon ein großer Stein vom Herzen gefallen“, schnauft Hannes Koch, der den Einsatz geleitet hat, durch. 70 Hektar Wald wurden in Eisbach-Rein zum Raub der Flammen, mit insgesamt rund 2500 Einsatzkräften war es das bislang größte Waldbrand-Ereignis, das die Steiermark je gesehen hat.

Der Einsatz sei trotz widriger Bedingungen sehr gut verlaufen, zieht Koch, Hauptmann der Feuerwehr Eisbach-Rein, Bilanz. „Weil es in den letzten fünf Jahren seitens Landesfeuerwehrverband eine sehr gute Waldbrand-Ausbildung gegeben hat und viel in Spezialausrüstung investiert worden ist. Ohne das wären wir wirklich aufgeschmissen gewesen.“

Der Waldbrand war für die Einsatzkräfte ein enormer Kraftakt.
Der Waldbrand war für die Einsatzkräfte ein enormer Kraftakt.(Bild: Jürgen Fuchs)

Ohne Hubschrauber chancenlos
Eine gewaltige Herausforderung sei die Koordination und Logistik gewesen: Löschwasser für die Hubschrauber bereitstellen, Boden-Löschtruppen zu den richtigen Stellen lotsen und laufende Personalplanung. „Wir hatten aber immer genug Leute. Es waren Feuerwehren aus dem ganzen Land dabei. In so einem Fall rückt die Steiermark zusammen“, so Koch. Trotz aller Einsatzbereitschaft: „Ohne die Hubschrauber wären wir chancenlos gewesen.“

Zitat Icon

Was wir in den letzten Jahren gelernt und geübt haben, konnten wir optimal umsetzen. Der Flugdienst hat perfekt mit den Bodenlöschtrupps zusammengearbeitet.

Harald Schaden, Flugdienst und Waldbrandbekämpfung

Auch für den Einsatz aus der Luft zieht Harald Schaden, im Landesfeuerwehrverband für Flugdienst und Waldbrandbekämpfung zuständig, positive Bilanz: „Wir sind da in der Steiermark gut aufgestellt.“ Aufholbedarf sieht er künftig noch bei der Wasserbeschaffung: „Löschteiche wären natürlich die Krönung, aber die kann man kaum überall umsetzen. Wichtig wäre aber die Entwicklung flächendeckender Wasserbezugsstellenpläne.“

Appell an die Politik
Eine „große Bitte an die Politik“ hat indes Hannes Koch: Während Arbeitgeber eine Entschädigung bekommen, wenn sie Mitarbeiter für solche Einsätze freistellen, schauen Selbstständige oder Landwirte durch die Finger. „Gerade das sind oft die wichtigen Praktiker. Dass die dann keinen Cent sehen, ist schon unfair.“

Milimeterarbeit in der Luft
Hubschrauberpilot schildert Einsatz

Das Innenministerium entsandte an drei Tagen acht Polizeihubschrauber zum Waldbrand in die Steiermark. Bei 662 Abwürfen wurden insgesamt alleine von diesen Helis gut 300.000 Liter Löschwasser ausgebracht. „Solche Einsätze erfordern über viele Stunden hinweg höchste Konzentration“, erklärt Georg Lickl, einer der eingesetzten Piloten. „Man bewegt sich häufig auf Höhe der Baumwipfel, zudem sind bei Vegetationsbränden mehrere Hubschrauber gleichzeitig auf engem Raum im Einsatz. Die Lage ist sehr dynamisch, weshalb rasches und flexibles Handeln gefragt ist.“

Polizeihubschrauber unterstützten beim Löscheinsatz.
Polizeihubschrauber unterstützten beim Löscheinsatz.(Bild: BMI)

Wasser aufzunehmen und dann richtig abzuwerfen ist eine Kunst für sich: „Das präzise Eintauchen der Löschwasserbehälter in die Entnahmestellen erfordert viel Erfahrung und fliegerisches Können“, sagt Lickl. Je nach Hubschraubertyp orientiert man sich mit Außenlastspiegeln, Kameras oder Sichtfenstern. Auch der Abwurf ist Präzisionsarbeit: „Aus zu großer Höhe verdunstet bzw. verstreut sich das Wasser zu stark. Wird zu tief geflogen, kann der Rotorabwind das Feuer zusätzlich anfachen.“

Pilot Georg Lickl von der Flugeinsatzstelle Graz
Pilot Georg Lickl von der Flugeinsatzstelle Graz(Bild: BMI)

Lobende Worte findet der Pilot für die Feuerwehren: „Die Löschwasserbehälter auf einem Bergkamm mussten laufend befüllt werden. Trotz mehrerer Hubschrauber, stand jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung