06.02.2020 06:07 |

Atemwegsrisiko

In der Erkältungszeit Operationen verschieben

Sprichwörtlich „gesund“ sollte man  vor chirurgischen Eingriffen sein. Zur Hochsaison von Husten, Schnupfen, Heiserkeit & Co. samt „echter“ Virusgrippe ist das bei  Eingriffen bei weitem nicht immer gegeben. Bei Kindern wie bei Erwachsenen gilt: Abwägung durch den Anästhesisten.

„Bei Kindern ist das natürlich ein spezieller Fall. Wenn man’s streng nimmt bzw. pointiert ausdrückt, könnten wir  von November bis Februar daheim bleiben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Peter Marhofer, Leiter der Kinderanästhesie von MedUni Wien/AKH. „Entscheidend ist das Atemwegsrisiko. Intubation in entzündeten Atemwegen, das kann  Probleme machen“, erklärte Marhofer. 

 „Die ganz Kleinen im ersten Lebensjahr haben kaum Atemwegsinfektionen. Das trifft dann vor allem den Nachwuchs im Kindergartenalter. Die machen im Durchschnitt acht bis zehn Erkältungen pro Saison durch“, betont der Anästhesist. Das bedeutet, dass geplante Eingriffe im ersten Lebensjahr zumeist nach Plan ablaufen können und kaum „saisonabhängig“ sind.

Wie geht man vor,  wenn ein geplanter Eingriff bevorsteht und eine Atemwegsinfektion auftaucht. „Klare Flüssigkeit aus der Nase ist das Zeichen eines zumeist viral bedingten Infekts, muss aber längst noch nicht das Absagen eines Eingriffs bedeuten“, wie Prof. Marhofer berichtet. „Anders ist das bei sofort notwendige Operationen. „Eine akute Blinddarmentzündung wird man auf jeden Fall operieren, weil sonst Schlimmeres droht. Eine Knochenfraktur wird man einrichten - und das erfolgt bei uns bei Kindern immer unter Regionalanästhesie und Sedierung.“Jedenfalls wird man von Fall zu  Fall entscheiden, ob es zu dem Eingriff kommt oder aufgeschoben wird. 

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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