01.01.2020 13:33 |

Submarine Cable Map

So verlaufen die Internetkabel am Meeresboden

Das US-Unternehmen TeleGeography präsentiert eine aktuelle Karte der Seekabel, über die der globale Datenverkehr zwischen den Kontintenten abgewickelt wird. Die neueste Karte zeigt mit Stand 2019 alle bereits am Grund der Ozeane verlegten Internet-Seekabel sowie - in Grau - jene, die gerade verlegt und demnächst in Betrieb gehen werden.

Hier können Sie sich die aktuelle Karte ansehen. Sollten Sie am Smartphone Darstellungsprobleme haben, empfiehlt sich ein Wechsel ins Querformat. In der Karte können Sie zoomen und den Bildausschnitt verschieben.

Europa, Nordamerika und Asien sind gut vernetzt, Afrika nicht
Die zuletzt im Dezember aktualisierte Karte der Internet-Seekabel zeigt anschaulich, wie einzelne Regionen der Welt vernetzt sind. Europa und die USA beispielsweise werden von einer dicken Datenautobahn aus über einem Dutzend Seekabeln verbunden, eine weitere beliebte Route für Tiefseekabel führt von der US-Westküste über den Pazifik nach Hawaii, Japan und China.

Ein Blick auf den Verlauf der Seekabel zeigt außerdem, dass reiche Länder ungleich besser ans Internet angebunden sind, als arme. Während sich etwa vor den für ihre florierende Hightech-Industrie bekannten Staaten Japan und Südkorea zahlreiche Internetkabel im Meer befinden, gibt es rund um Afrika ein wesentlich weniger dichtes Netz an Seekabeln.

Aktuell sind rund 470 Seekabel in Betrieb bzw. gehen demnächst in Betrieb. Seit 2016 kamen laut den Daten von TeleGeography 107 neue dazu. Das Investitionsvolumen der neu verlegten Kabel beträgt 13,8 Milliarden US-Dollar.

So ist ein Unterseekabel aufgebaut
Ein interessantes Detail an den Internet-Lebensadern am Meeresgrund: Tatsächlich wird nur ein relativ kleiner Teil im Zentrum des Tiefseekabels für die Datenübertragung genutzt. Dort verlaufen dünne Glasfasern, über welche die Daten mit enormer Geschwindigkeit übertragen werden. Ummantelt sind diese Glasfasern mit mehreren Schutzschichten.

Direkt über den Glasfasern liegt Silikongel, darüber eine Ummantelung aus Plastik oder Stahl. Diese Ummantelung wird wiederum durch extrastarke Stahldrähte geschützt, die mit weiteren Schutzschichten überzogen werden, auf die dann wieder Schichten aus Stahldrähten und Schutzummantelungen folgen. Die Außenhaut der Kabel besteht aus geteertem Nylon.

Die meisten Schäden verursacht der Mensch
Interessante Fakten hat TeleGeography zu Schäden an den Seekabeln zusammengetragen. Fast 40 Prozent der Schäden verursacht demnach die Fischerei, gefolgt von der Schifffahrt. Anker sind für jedes vierte beschädigte Tiefseekabel verantwortlich. Rund jeder zehnte Zwischenfall wird auf andere Art und Weise vom Menschen verursacht. Umweltereignisse und die natürliche Abnutzung sind nur für etwas mehr als ein Achtel der Kabelschäden verantwortlich.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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