02.12.2019 09:23 |

„Sind führend bei 5G“

Ericsson bringt sich gegen Huawei in Position

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson ist Befürchtungen entgegengetreten, nicht über genügend Kapazitäten zu verfügen, um alle europäischen Mobilfunknetzbetreiber mit 5G zu beliefern, sollten chinesische Anbieter wegen Sicherheitsbedenken in Europa ausgeschlossen werden. Man sehe sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen, sagte Ericsson-Manager Fredrik Jejdling am Montag.

„Ericsson verfügt über ein breites Portfolio an 5G-Produkten, mit denen wir Kunden auf allen Kontinenten beliefern“, sagte Jejdling, der bei Ericsson die Netzwerk-Sparte leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Als Ausrüster von 23 5G-Netzen, die sich bereits im Livebetrieb befinden, habe Ericsson bisher mehr als vier Millionen 5G-fähige Funkeinheiten ausgeliefert. „Als globales Unternehmen stehen wir bereit, unsere Kunden in allen Märkten zu beliefern.“

In den westlichen Ländern wird auch vor dem Hintergrund des Handelskriegs der USA gegen China kontrovers diskutiert, ob insbesondere der chinesische Konzern Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte.

Vertreter der USA, aber auch etliche Politiker in Deutschland und in anderen westlichen Ländern sehen die Gefahr, dass Huawei aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in seinem Heimatland gezwungen sein könnte, Informationen und Daten, die eigentlich geschützt werden sollen, dem Heimatland zur Verfügung zu stellen. Huawei weist diese Bedenken als unbegründet zurück. In Österreich hat die Regulierungsbehörde RTR keine Sicherheitsbedenken.

„Wir sind führend bei 5G“
In der Diskussion um einen Huawei-Bann tauchte auch immer wieder das Argument auf, 5G-Netze in Europa könnten eigentlich nur mithilfe der Chinesen aufgebaut werden, weil die europäischen Huawei-Konkurrenten Nokia und Ericsson gar nicht über die notwendigen Kapazitäten verfügten. Außerdem könnten die Europäer technologisch nicht mit Huawei mithalten.

Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies diese Argumentation in einem Beitrag auf LinkedIn zurück. „Wir sind führend bei 5G“, erklärte er und verwies dabei auf eine Studie der Anwaltskanzlei Bird & Bird zur Qualität der 5G-Patente. Um die Kapazität auszubauen, habe Ericsson ein neues Werk in Estland gebaut, das kurz vor der Eröffnung stehe.

Deutscher Wirtschaftsminister für Förderung europäischer Netzwerkausrüster
Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier denkt indes über eine industriepolitische Förderung europäischer Netzwerkausrüster nach. „In einer hochgradig globalisierten Welt ist es immer ein Problem, wenn ein Unternehmen Monopolist ist“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“ vom Montag. Deshalb sei die Frage zu stellen, was man tun müsse, damit in Europa große, kräftige Netzausrüster entstehen, die dann auch im Wettbewerb mit dem chinesischen Branchenprimus Huawei bestehen.

Altmaier verwies auf das Vorgehen der Chinesen, „Komplettpakete“ beim Aufbau des neuen Hochleistungsnetzes 5G anzubieten, bei denen man mit einem Produkt auch eine sehr günstige Finanzierung über eine staatliche chinesische Bank erhalte. „Das führt dann oft dazu, dass vor allem wirtschaftlich schwächere Länder in Afrika diese Angebote nutzen und ihr Heil bei China suchen. Darüber muss die EU diskutieren.“

Einen Ausschluss chinesischer Anbieter vom Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes in Deutschland lehnt der Minister allerdings weiter ab. „Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit beinhalten eben auch, dass Anbieter nicht willkürlich ohne nachprüfbare Tatsachen vom Marktzugang ausgeschlossen werden dürfen“, sagte Altmaier.

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