Ganz Europa glüht!
200 Tote in Spanien, extreme Tropennächte in Wien
Die Hitzewelle hat weite Teile Europas fest im Griff, Abkühlung ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage in Spanien, wo laut Behörden seit Sonntag mehr als 200 Personen infolge der hohen Temperaturen gestorben sind. In Deutschland soll das Thermometer bald 44 Grad anzeigen – und in Wien drohen extreme Tropennächte ...
Mindestens 212 Todesfälle zwischen Sonntag und Mittwoch könnten den extremen Temperaturen zugeordnet werden, erklärte das Gesundheitsinstitut Carlos III. am Donnerstag.
Die Schätzung basiert auf einer Datenbank, mit der die aktuellen täglichen Sterbefälle mit statistischen Daten aus der Vergangenheit abgeglichen werden. Insgesamt gab es in Spanien demnach zwischen Mitte Mai und Ende September vergangenen Jahres 3832 Hitzetote.
Große Probleme mit der Hitze gibt es auch in Italien. In den kommenden Tagen werden – so wie in Österreich – bis zu 40 Grad Celsius erwartet. Neben den hohen Tageswerten rechnen Meteorologen zudem mit tropischen Nächten, in denen die Temperaturen kaum zurückgehen. Das verstärkt die Belastung der Bevölkerung, da sich Städte und Gebäude nur unzureichend abkühlen können.
Arbeitsverbot in Italien
Angesichts der Entwicklung haben mehrere Regionen Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Freien erlassen. In zahlreichen Gebieten gilt ein Arbeitsverbot für körperlich anstrengende Tätigkeiten zwischen 12.30 und 16 Uhr. Grundlage sind regionale Verordnungen, die im Zuge der anhaltenden Hitze verabschiedet wurden. Das Gesundheitsministerium in Rom befindet sich eigenen Angaben zufolge in erhöhter Alarmbereitschaft. In 16 von 27 überwachten Städten wurde die höchste Warnstufe ausgerufen, darunter Rom, Mailand, Florenz, Turin, Bologna, Verona und Venedig.
Ähnlich ist die Lage in Frankreich, wo in insgesamt 72 von 101 Departements die höchste Warnstufe Rot ausgerufen wurde. Der französische Wetterdienst Météo France spricht von einer ungewohnt intensiven Hitzewelle, Temperaturrekorde sind zu erwarten. Am Mittwoch um 5 Uhr in der Früh kratzte La Rochelle schon an der 30-Grad-Marke, am Ende des Tages wurde ein Hitzerekord aufgestellt.
Bub (3) starb im Auto seiner Eltern
Besonders tragisch: Am Mittwochnachmittag starb ein Dreijähriger nahe Paris im Auto seiner Eltern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das Kind in einem unbeobachteten Moment selbstständig in das Auto geklettert. Da die Kindersicherung aktiviert war, konnte es anschließend nicht wieder hinaus.
Hitzewarnungen gibt es auch in weiter nördlich gelegenen Staaten, wie etwa in England und bei unseren deutschen Nachbarn. Dort warnt der Deutsche Wetterdienst vor extremen Temperaturen, die am Wochenende bis auf 44 Grad klettern könnten.
Extrem-Tropennächte in Wien
Auch Österreich ächzt unter einer gnadenlosen Hitzewelle, die am Wochenende auf ihren Höhepunkt zusteuert. Insbesondere im Osten des Landes klettert das Thermometer in extreme Höhen: Die Meteorologen von Geosphere Austria prognostizieren für Sonntag Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius. Damit wird es schweißtreibend wie selten zuvor.
Nach Angaben von Ubimet könnten sogar in allen Bundesländern neue Juni-Temperaturrekorde aufgestellt werden. Der bisherige absolute Hitzerekord von 40,5 Grad, gemessen im August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich, rückt damit in bedrohliche Nähe.
Eine enorme Belastung für den menschlichen Körper, vor allem für Ältere und Kinder, sind aber nicht nur die glühend heißen Tage. Auch die Nächte bringen kaum Abkühlung. Die Zahl der sogenannten Tropennächte, in denen das Thermometer nicht unter die 20-Grad-Marke fällt, nimmt mit der Klimaerwärmung signifikant zu.
Die Aussichten sind extrem: In der Nacht auf Sonntag soll die Tiefsttemperatur in Wien bei 26 Grad liegen, in der Nacht auf Montag sogar bei schlafraubenden 27 Grad! Damit wackelt der bisherige Wiener Rekord für die wärmste Nacht (26,9 Grad aus den Jahren 2015 und 2017) gewaltig ...








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