Trauriger Hintergrund

Angst, Druck und Hass! Der emotionalste WM-Jubel

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Was für große Emotionen bei Ecuador-Trainer Sebastian Beccacece – und doch stehen sie auf einem bitteren Fundament. Die große Erleichterung nach dem Sieg gegen Deutschland (2:1) basiert nämlich auf einer Zeit von heftigen Anfeindungen gegen den 45-Jährigen. 

Zwei Szenen fassen die Emotionen von Ecuador-Trainer Beccacece im Spiel gegen Deutschland ideal zusammen. Allen voran der Jubel nach dem 2:1-Siegestreffer durch Gonzalo Plata in der 77. Minute kletterte der Teamchef am Tribünengeländer hoch, um dort seine Frau zu küssen und seine Familie zu umarmen. 

Und auch nach dem Schlusspfiff brechen bei Beccacece alle Dämme: geballte Faust, unzählige Umarmungen und Jubel im Kreis der Familie. Der Sieg gegen Favorit Deutschland beschert den Südamerikanern drei wichtige Punkte und damit auch den Einzug ins Sechszehntelfinale der WM. Dieser drohte zuvor verpasst zu werden, nachdem man gegen die Elfenbeinküste verloren (0:1) und es gegen Underdog Curacao nur eine Nullnummer gegeben hatte. 

Heftige Anfeindungen gegen Trainer und Familie
Dabei war vor Beginn der Endrunde die Erwartung in Ecuador groß. Ein Ausscheiden in der Gruppenphase wäre der Super-GAU gewesen. Für die schlechten Ergebnisse zum Auftakt gab man in der Heimat dem Trainer die Schuld. Beccacece wurde heftig angefeindet und auch seine Familie geriet ins Visier von wütenden Fans. Nach dem 0:0 gegen Curacao sollen Frau und Töchter des Trainers von Ecuador-Anhängern auf der Tribüne verbal attackiert worden sein. 

Umso größer der Druck, der auf dem Argentinier lastete und der sich nach dem Sieg gegen Deutschland löste. So kam es auch zu den besagten Jubelszenen: „Die Emotionen haben mich überwältigt. Ich hatte diesen Jubel nicht geplant. Ich bin einfach meinem Herzen gefolgt“, so Beccacece.

An seine Frau gewandt betonte er schließlich noch: „Sie hat mich in allen Höhen und Tiefen meiner Karriere begleitet. Sie hat so viel für mich und unsere Familie geopfert, deshalb war sie in diesem emotionalen Moment die erste Person, mit der ich diesen Moment feiern wollte. Sie hat mir immer gesagt, ich solle weiter daran glauben, auch wenn die Leute an uns gezweifelt haben. Heute Abend wollte ich ihr vor den Augen der ganzen Welt danken.“

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