04.09.2019 12:02 |

Mit Ninja-Lichtern

Neuer Nissan Juke: Ein bisschen brav muss sein

Nissan hat sein kompaktes Lifestyle-SUV Juke rundum erneuert. Auf einem um zehn Zentimeter längeren Unterbau wurde die typische Form beibehalten, einige bisher durchaus umstrittene Merkmale aber entschärft. So wollen die Japaner jetzt eine breitere Kundschaft ansprechen.

Wer im Englisch-Wörterbuch nach der Übersetzung des Wortes „Juke“ sucht, findet zwei Begriffe. Ein Trick des Stürmers beim American Football wird so bezeichnet, das Wort steht aber auch für eher anrüchige Kneipen im Südosten der USA. So war es jedenfalls bis vor neun Jahren. Bis Nissan seinem bisher ungewöhnlichsten Modell den Namen Juke ans Heck klebte. Das schaffte es zwar nicht bis ins offizielle Wörterbuch, aber ins Bewusstsein der Autofans fast überall auf der Welt.

Ein Stück Normalität
Selbst Nissan gibt zu, dass die Designer beim ersten Juke auf Provokation gepolt waren und ein Blechkleid nach dem Motto „Lieben oder Hassen“ geschneidert haben. Immerhin mehr als eine Million Liebende ließen sich überzeugen. Trotzdem merzten die Designer wohl auf Geheiß der Nissan-Kaufleute manche Merkmale aus, die bislang für Häme und Spott der zahlreichen Kritiker sorgten. Der Neue ist glatter, übersichtlicher und so ein Stück weit „normaler“ als bisher.

Verschwunden sind die aufgesetzten Zusatzleuchten an beiden Seiten der Motorhaube, die wie Fremdkörper wirkten. Der schmale und fast wagenbreite Kühlergrill wurde erheblich kleiner, ist jetzt trapezförmig und chromumrandet. Aus seinen oberen Ecken wachsen Tagfahrleuchten in Bumerangform und betonen die unteren Ränder der Haube. Vom Vorgänger übernommen wurden die kreisrunden Scheinwerfer, die jetzt aber die Signatur eines Ninja-Sterns zeigen, allerdings mit nur drei Zacken.

Seitlich fallen die viel dezenteren Konturen der Radhäuser auf, das Dach fällt nach hinten immer noch sanft ab und endet in einem eleganten Heckspoiler. Die Rückleuchten, die bisher wild geschwungen bis zur halben Höhe der Heckscheiben-Flanken reichten, haben jetzt eine normale Form an allgemein gewohnter Position. Ponz Pandikuthira, Vize-Präsident für Produktplanung bei Nissan Europa: „Mit all diesen Maßnahmen wollen wir jetzt auch Kunden erreichen, die sich mit der extrovertierten Gestaltung des bisherigen Modells nicht anfreunden könnten“. Er betont aber, dass die Grundform und damit auch die Vorzüge des kleinen SUV nicht nur erhalten blieben, sondern sogar ausgebaut wurden.

Mehr Platz und besser zu fahren
Damit meint er vor allem die neue Plattform des Juke, die er sich mit anderen Modellen der Renault-Nissan-Alliance teilt, wie Renault Clio oder Captur. Dank des jetzt um gut acht Zentimeter längeren Unterbaus können sich die Hinterbänkler über mehr Raum für Beine und Kopf freuen. In den jetzt 422 Liter fassenden Kofferraum passt ein großes Gepäckstück mehr als bisher. Weitere Vorteile der neuen Plattform sind nach den Worten von Pandikuthira höhere Steifigkeit, Stabilität und verbessertes Kurvenverhalten.

Je nach Ausstattungsversion sind zahlreiche Assistenzsysteme wie Abstandsradar, Toter-Winkel-Warner oder auch automatische Notbremsung an Bord. Auch die Vernetzung mit der virtuellen Umwelt ist im Juke angekommen. Der Hochbeiner versteht sich mit Google-Assistant oder kann per App auch aus der Ferne überwacht werden.

Unter der Haube gibt es zum Start nur ein Angebot: Der Einliter-Dreizylinder mit Turbo leistet 117 PS. Das Gesamtwerk wurde um gut 23 Kilo leichter. Über Preise und Leistungsdaten will sich Nissan erst zum Verkaufsstart im November äußern.

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