03.09.2019 22:30 |

Ganz und gar nicht fix

Porsches Probleme mit dem (kommenden) Hybrid-911er

Spätestens seit seiner Präsentation Ende 2018 ist klar: Der aktuelle Porsche 911 Carrera (Baureihe 992) soll einen Hybridantrieb bekommen. Dafür wurde in seinem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe eigens Platz für einen Elektromotor gelassen. Doch die Ingenieure kämpfen noch immer mit der Umsetzung - und Porsche schließt nicht mehr aus, dass sie scheitern.

Exakt 7,2 Liter „leeren umbauten Raum“ im PDK fährt jeder 992er spazieren, freigehalten für die E-Maschine eines wie immer gearteten Hybridantriebs. Hardcore-Fans ist das sowieso ein Dorn im Auge, schließlich ist der 11er mit gut 1,5 Tonnen nach DIN ohnehin nicht gerade ein Leichtgewicht.

Und genau das ist der springende Punkt: „Wir wollen das Zusatzgewicht kompensieren, wissen aber noch überhaupt nicht, wie“, Antriebs-Projektleiter stöhnt Matthias Hofstetter am Rande der Präsentation des Basis-911ers. „Derzeit halten wir bei 70 kg für Batterie und Elektronik, und da ist eine Plug-in-Möglichkeit noch gar nicht mitgerechnet.“ Einen Plan gibt es momentan nicht, nicht einmal, welche Art Hybrid eingesetzt werden soll. Daher gibt Hofstetter zu: „Es ist noch immer möglich, dass wir es bis zum Facelift 2023 schaffen, aber sicher ist das ganz und gar nicht.“

Keine Kompromisse
Denn es ist klar: Es kommt kein Hybrid um seiner selbst willen, er muss der Performance dienlich sein. „Ein Hybrid-911, der auf der Nordschleife von einem ohne Hybrid abgehängt wird, wäre ein No-Go.“

Und dann ist da noch das Platzproblem - wo sollen die Batterien sinnvoll untergebracht werden, in einem Chassis, das für Verbrennerantrieb konzipiert ist? „Auch da haben wir noch keine Lösung ...“

Und warum dann nicht alles abblasen? „Es wird immer mehr Innenstädte geben, wie London, wo man mit einer nennenswerten elektrischen Reichweite ausgesperrt bleibt. Es gibt viele Kunden, die das vom Kauf des 911ers abhält.“

Es wäre vielleicht alles leichter, wenn Porsche die notwendigen Komponenten komplett neu entwickeln könnte. Tatsächlich müssen die Zuffenhausener aber auf das zurückgreifen, was im Volkswagen-Konzern vorhanden ist bzw. entwickelt wird. „Eigenentwicklungen sind angesichts der Stückzahlen, die wir absetzen können, unrentabel“, winkt Hofstetter ab.

Bleibt also abzuwarten, ob der Hybrid-911er das bleibt, was das Getriebe bereits enthält: eine Luftnummer.

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