29.06.2019 13:00 |

Von Vespa bis China

Vier Elektroroller im Test - einer funzelt herum

Elektroroller erobern zusehends das urbane Stadtbild. Auch das Angebot wird immer größer. Neben Rollern aus europäischer Produktion gibt es auch solche aus asiatischer - in unterschiedlicher Qualität. Der ÖAMTC und seine Partnerclubs haben nun fünf gängige Modelle auf ihre Stärken und Schwächen getestet.

Den kompaktesten Eindruck hinterließ die Vespa Elettrica von Piaggio - gleichzeitig allerdings auch der teuerste Roller im Test. „Obwohl der Roller noch ganz neu ist, wirkt er überaus durchdacht und ausgereift“, fasst ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die Ergebnisse zusammen. Sowohl was den Fahrkomfort als auch die Verarbeitung betrifft, schneidet die Vespa gut ab. Zudem punktet das Modell aus Italien mit der besten Reichweite ab Werk sowie der kürzesten Ladezeit im Test. „Allerdings ist die Elettrica recht schwer, was ein Schieben im wahrsten Sinne des Wortes erschwert“, so Kerbl einen Schwachpunkt. „Und auch der Akku ist fix verbaut, sodass ein Laden nur im Freien oder in der Garage möglich ist.“

Ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Niu N1S. „Für weniger als 3000 Euro bekommt man durchdachte Technik im modernen Design“, so der Techniker. „Ein weiteres Plus ist, dass der herausnehmbare Akku im Fahrzeugboden verbaut ist, was für mehr Stauraum in der Sitzbank sorgt.“ Leichte Schwächen zeigt der Roller aus China allerdings neben den Bremsen auch bei den Ladezeiten.

Knapp dahinter auf Rang drei rangiert der Torrot Muvi, der für den Klub seit vergangenem Jahr in Wien und Graz im „ÖAMTC easy way eScooter-Sharing“ unterwegs ist. „Die für einen Roller ungewohnte 16-Zoll-Bereifung wirkt sich positiv auf die Fahrstabilität aus“, erklärt Kerbl. „Zudem verfügt der Roller als Einziger im Test über ein kombiniertes Bremssystem, bei dem die Vorderradbremse bei gezogener Hinterradbremse mitbetätigt wird.“ Im Gegensatz zu anderen Herstellern, die moderne LED-Technik für die Beleuchtung nutzen, setzt das spanische Unternehmen jedoch auf konventionelles Halogenlicht, was eine schlechtere Lichtleistung zur Folge hat.

Das kleinste, leichteste und günstigste Modell im Test ist der Scooter Classic von unu. „Auf der einen Seite sind die geringen Abmessungen ein Vorteil, da sie dem Roller im dichten Stadtverkehr ein rasches Weiterkommen ermöglichen“, erklärt der Techniker. „Auf der anderen Seite ist er aber dadurch auch für Personen über 1,80 Metern Körpergröße nahezu ungeeignet.“ Auch beim Bremsen zeigt der Roller aus Deutschland Schwächen.

Guter Roller wegen Funzel-Licht abgewertet
Der unglückliche Verlierer im Test ist der Kumpan 1954 Ri. „Der in Deutschland erdachte und in China gefertigte Roller hätte durchaus Potenzial gehabt, auf einem der vorderen Plätze zu landen, denn trotz seiner Größe ist er erstaunlich leicht und auch das Fahrwerk überzeugt mit Komfort und Fahrstabilität“, führt Kerbl aus. Der letzte Platz im Test ist in erster Linie der schlechten Ausleuchtung geschuldet. „Das Abblendlicht reicht gerade einmal etwas über fünf Meter weit. Schaltet man das Fernlicht an, sieht man leider nicht viel weiter. Eine nächtliche Fahrt kommt daher einem Blindflug gleich.“

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