Gefährlicher Trend

Jugendliche verbreiten Pornos und Gewalt im Web

Web
12.04.2010 09:57
Aufreizende Fotos oder mit dem Handy gedrehte Gewaltszenen: Immer häufiger fertigen junge Leute jugendgefährdendes Material selbst an und stellen dieses ins Netz, warnen deutsche Landesmedienwächter. "Beim Umgang mit dem Internet müssen Jugendliche daher verstärkt vor sich selber geschützt werden", sagte der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, Reinhold Albert, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Zwar seien Jugendliche im Umgang mit dem Internet oft technisch fitter als Erwachsene, ihre Sensibilität für drohende Gefahren aber sei kleiner, so Albert. Eine davon sei das Cyber-Mobbing, bei dem junge Menschen mit peinlichen oder kompromittierenden Fotos gedemütigt werden, die von ihnen ins Netz gelangt sind.

"Jugendliche verkehren in sozialen Netzwerken in der Annahme, mit Freunden zu kommunizieren, und geben zu viel von ihrer Persönlichkeit preis." Mit verbotenen Posenfotos etwa, auf denen Jugendliche sich auf pornografische Weise zeigten, fügten sie sich selber Schaden zu.

Problematisch sei, dass Jugendliche immer öfter vom Medienkonsumenten zum Anbieter würden. Erleichtert werde dies durch die ständige Verfügbarkeit der Handy-Kamera, mit der oft draufgehalten wird - bei zufälliger oder absichtlich inszenierter Gewalt und auch bei sexuellen Übergriffen.

Nach Einschätzung der Medienanstalt verschwimmt für die Jugendlichen dabei oft Realität und Inszenierung, mit der Folge, dass sich etwa ein gewaltgeprägtes Verständnis von Sexualität etabliert.

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