Die Kaufkraft wächst, doch weniger Geld fließt in den Handel: Ausgaben gehen stärker in Erlebnisse, Haustiere und das eigene „Wohlbefinden“. Zusätzlich fürchten Ladenbesitzer leere Regale aufgrund der geopolitischen Situation, und jeder dritte Händler erwartet dieses Jahr rote Zahlen zu schreiben.
Das Konsumverhalten der Menschen hierzulande hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Das zeigt eine neue Marktstudie des österreichischen Handelsverbands. Obwohl die Kaufkraft 2025 nominell um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, führt die gleichzeitig hohe Inflation von 3,6 Prozent real zu einem Rückgang der verfügbaren Mittel. Das entspricht im Schnitt 9360 € pro Person und Jahr. Der Studie zufolge reagieren neun von zehn Österreichern sensibler auf Preisänderungen als je zuvor.
Lebensqualität statt Besitz ist im Trend
Besonders auffällig ist die Veränderung, wofür Geld ausgegeben wird: Immer weniger fließt in Waren wie Bekleidung, Elektronik oder Möbel. Während vor rund zehn Jahren noch etwa 15 Prozent der Ausgaben dafür verwendet wurden, sind es heute nur rund 12 Prozent.
Gleichzeitig wächst der Konsum bei Gastronomie, Reisen, Freizeit und Gesundheit – hier haben sich die Ausgaben teilweise innerhalb eines Jahrzehnts sogar mehr als verdoppelt. Besonders gewachsen sind die Budgets für Tattoos, Schönheitseingriffe oder für Haustiere.
Heimischer Handel befürchtet Lieferausfälle
Zusätzlich zum veränderten Konsumverhalten fürchten viele Läden Lieferantenausfälle und Engpässe aufgrund der geopolitischen Situation. Ein Drittel der Händler kämpft bereits mit Verzögerungen, 61 Prozent erwarten eine Verknappung des Sortiments bzw. vereinzelte Ausfälle bis zum Jahresende.
Dabei ist das wichtigste Kaufkriterium der Kunden – nach dem Preis – die sofortige Verfügbarkeit der Waren. Passend dazu erwarten nur 37 Prozent der Kaufleute heuer einen Gewinn.
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