Wegen 50er Zone

Mehr als 1000 Geldstrafen in wenigen Wochen

Niederösterreich
16.04.2026 19:00

Das Ende einer 60er-Zone: Die Wiener Straße verbindet Purkersdorf in Niederösterreich mit der Bundeshauptstadt. Seit einem Monat gilt dort plötzlich Tempo 50, was viele übersahen – daraufhin hagelte es Strafen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, auch in Purkersdorf im Bezirk St. Pölten. Nachdem die Wiener Straße jahrzehntelang eine Tempo-60-Zone war, sind  seit 20. März nur noch 50 km/h erlaubt. Dutzende Pendler wussten das bis dato scheinbar nicht, denn laut Bezirkshauptmannschaft St. Pölten wurden seit der Änderung über Tausend Strafzettel geschrieben.

SPÖ-Ortschef Stefan Steinbichler gibt den Fehler bei der Veröffentlichung zu: „Blöder kann es nicht laufen!“ Lange wurde nämlich über die 50er-Zone gesprochen – nur eben nicht genug in der Öffentlichkeit. Einmal stand es in einer lokalen Zeitung, öfter auch im Gemeindeblatt. „Aber das liest natürlich auch nicht jeder“, weiß der SPÖ-Politiker. Und: nicht jeder Pendler auf der Wiener Straße ist auch aus Purkersdorf. 

Gilt nicht mehr: 60 km/ auf der Wiener Straße sind seit 20. März zu schnell. Jetzt darf man nur ...
Gilt nicht mehr: 60 km/ auf der Wiener Straße sind seit 20. März zu schnell. Jetzt darf man nur noch 50 fahren.(Bild: Stadtgemeinde Purkersdorf)

Binnen 12 Stunden ein neues Schild
„Wir haben schon vor mehr als zehn Jahren den Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht“, berichtet der Ortschef weiter.  Bei einer Bundesstraße ist das Land verantwortlich. Jahrelang waren die Bemühungen um Tempo 50 erfolglos. Kürzlich ist aber die Anzahl der unmittelbaren Anrainer rasant angestiegen, wodurch jetzt das Tempolimit auf das im Ortsgebiet geltende 50 km/h gesenkt wurde.

Nachdem am 19. März die Gemeinde das „Go“ von der Bezirkshauptmannschaft für die Tempo-Änderung bekommen hatte, sollte schon am nächsten Tag die Zone geändert werden. „Wir haben das sofort über Facebook, Gemeindehomepage und dergleichen kommuniziert“, sagt Steinbichler.

Zitat Icon

Man muss Fehler auch eingestehen – und ich verstehe den Ärger der Fahrer.  

Stefan Steinbichler, Bürgermeister Purkersdorf

Zu spät: Die Bezirkshauptmannschaft stellte schon am nächsten Tag die Radarboxen auf das 50er-Limit um. Und um die 1500 Menschen fuhren wie gewohnt durch. 45 Euro kassiert das Land – nicht die Gemeinde – bei zu schnellem Fahren. „Sogar meine Mutter hat sich geärgert“, so der Ortschef. ÖVP-Stadtrat Hannes Hippacher meint ebenfalls: „Die Änderung war kurzfristig, aber wichtig.“ Bei 20.000 Pendlern pro Tag ist das Unfallrisiko sehr hoch.

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