Di, 19. März 2019
01.03.2019 13:56

Spektakulärer Test

Drohne zieht ins Eis Eingebrochene ans Ufer

Wasserretter haben im Zeller See eine neue Methode zur Bergung von Menschen getestet, die durchs Eis eingebrochen sind: Mit einer Drohne wird ein Rettungsbrett zum Verunglückten transportiert. Sobald sich dieser daran festgehalten hat, kann er aus dem eisigen Wasser gezogen und von der Drohne bis ans Ufer geschleppt werden.

Beim Test des Samariterbund Wasserrettung Zell am See am Dienstag spielte ein Wasserretter den Verunglückten. Die Drohne brachte mit einem Seil ein sogenanntes Spineboard - eine harte Rettungstrage, die normalerweise bei Verdacht auf Verletzungen der Wirbelsäule verwendet wird - zur eingebrochenen Person. „Am Board ist eine Vorrichtung zum Halten angebracht. Dann geht die Drohne kurz auf Zug, und weil das Board an den Kanten abgerundet ist, kann es problemlos über die Eiskante herausgezogen werden“, schilderte der technische Leiter der Wasserrettung, Andreas Hutter, am Freitag.

Beim Versuch am Dienstag war die Eisfläche noch so stabil, dass das „Opfer“ auf dem Brett mit seiner großen Auflagefläche von der Drohne bis ans Ufer gezogen werden konnte, wo bereits die Retter warteten. „Wenn der Eingebrochene sich nicht mehr selbst am Board festhalten kann, kann die Drohne aber auch einen Helfer zur Unfallstelle ziehen“, so Hutter. Und sollte auch das nicht möglich sein, so kann die Drohne zumindest die Sicherung der zu Hilfe kommenden Wasserretter mit einem Seil aus der Luft übernehmen. „Vor allem wenn die Unfallstelle weit draußen ist, ist eine Seilsicherung vom Ufer aus sehr schwierig.“

Einsatz im Gegensatz zum Hubschrauber auch bei schlechter Sicht möglich
Vorteile des Drohneneinsatzes seien, dass dieser deutlich billiger sei als ein Hubschrauber und aufgrund der geringen Flughöhe auch bei schlechter Sicht möglich sei. Sollte der „Pilot“ der Drohne keine Sicht zur Einsatzstelle haben, könne das Fluggerät mittels angebrachter Kamera dorthin gesteuert werden. 
„Die Drohne kann einen Körper von über 200 Kilogramm senkrecht aus dem Wasser ziehen. Bis auf ein paar Feinheiten öffnet diese Technik ein neues Fenster in der Wasserrettung“, so der stellvertretende Obmann der Samariterbund Wasserrettung, Michael Kling.

Bis zum tatsächlichen Einsatz dürfte aber noch einige Zeit vergehen. „Noch müssen hier viele Fragen technischer und rechtlicher Natur geklärt werden“, so Hutter.

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