15.02.2019 06:00 |

Moderne Therapien

Virtuell auf die Seele einwirken

Mit Spezialbrille gelingt das Visualisieren von schönen Bildern sowie Entspannung leichter. Das soll nun vermehrt in Therapien einfließen. Genutzt wird dieses System außerdem schon länger bei der Bekämpfung von Ängsten.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen an einem Strand entlang!“ oder „Sie befinden sich gedanklich neben einem plätschernden Bach in den Alpen. Atmen Sie die frische Luft tief ein!“ Wer schon einmal eine Sitzung bei einem Coach, Therapeuten oder Psychologen hatte, kennt solche Visualisierungsübungen. Mit bildhaften Texten und ruhiger Stimmführung soll die Vorstellung schöner, angenehmer Orte unterstützt werden. 97 Prozent der Therapeuten arbeiten damit, um den Klienten auf die Behandlung einzustimmen. Die Anleitungen finden sich außerdem oft als Beginn vieler Entspannungs-CDs. Um diese Beruhigung, das Loslösen vom Alltag, geht es deshalb auch, wenn derartige Bilder im Kopf aufgerufen werden sollen.

Leichter und schneller funktioniert das, wenn eine VR-Brille (vermittelt virtuelle Realität in 3D) ins Spiel kommt. „Bilder, Situationen und Szenen können auf diese Weise viel intensiver erlebt werden. Schließlich nimmt das Gehirn diese als wahr war“, bekräftigt der Wiener Neurobiologe und Gehirnforscher Dr. Marcus Täuber. „Bereits nach drei Minuten mit der Brille zeigen sich Effekte. Der Stresspegel sinkt messbar, das vegetative Nervensystem entspannt sich, weniger Stresshormone werden ausgeschüttet. Auch die Herzaktivität zeigt sich ausgeglichener.“ Je öfter auf diese Weise „geübt“ wird, desto leichter gelingt das Abrufen angenehmer Bilder und somit die Entspannung später sogar ohne virtuelles Hilfsmittel. Experten haben bestätigt, dass Wasser sowie grüne Farbtöne positive Wirkung auf das Nervensystem haben. Auch zeigen Untersuchungen, dass man sich nach einem „Naturerlebnis“ besser konzentrieren kann. Diese Effekte lassen sich nun einfach mit der modernen Technik zunutze machen.

Entspannen ist nicht immer draußen möglich
„Natürlich wäre es ideal, sich in die Natur zu begeben, wenn man abschalten oder sich sammeln möchte“, gibt Mentalcoach Michael Altenhofer aus Wien zu. „Doch wir haben leider nicht das Meer ,vor der Haustüre‘, und Gebirgsflüsse sind meist nicht immer schnell zu erreichen. Deshalb kann man hier hochauflösende VR-Brillen sinnvoll einsetzen." Er und Dr. Täuber konzipierten deshalb eine Aus- und Weiterbildung zum Thema. Künftig sollen verschiedenste Programme erhältlich sein, etwa ein Training für schüchterne Singles, jemanden anzusprechen oder auch die VR-Brille zur Burn-out-Prophylaxe zu nutzen.

Informationen für Therapeuten:
www.vr-coach.at

Für Interessenten:
www.future-reality.net

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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