19.01.2019 08:54 |

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„Ace Combat 7“ ist ein Fest für „Top Gun“-Fans!

Seit Freitag erheben sich Freunde der gepflegten Action-Flugsimulation wieder in die Lüfte und klemmen sich im mehrmals verschobenen „Ace Combat 7: Skies Unknown“ von Bandai Namco ins Cockpit moderner Kampfflugzeuge. Dank Unreal-Engine opulent inszeniert und mit einer großen und mit reichlich Zwischensequenzen inszenierten Story über einen fiktiven Krieg angereichert, verspricht das Game gewissermaßen „Top Gun“ zum selber spielen. Wir haben es ausprobiert.

Seit jeher spricht die „Ace Combat“-Reihe alle an, die zwar gerne ein Kampfflugzeug steuern, sich dabei aber nicht mit den hochkomplexen Mechanismen richtiger Simulatoren herumschlagen wollen. Es gibt unkomplizierte Action und zugängliche Dogfights statt Cockpits voller realistischer Regler und Knöpfe, in denen es schon eine Herausforderung ist, den Jet in der Luft zu halten.

Verworrene, aber sauber inszenierte Story
Seinen Anspruch als Arcade-Flugsimulator unterstreicht „Ace Combat 7: Skies Unknown“ mit einer abgedrehten fiktiven Handlung, die sich unter anderem um eine Generationen überspannende Pilotensippe, einen Weltraumlift, Drohnenschwärme, ein Piloten-Häfn und zwei erfundene Großmächte entfaltet. Sehr japanisch in der Inszenierung und durch die verworrene Welt, die Bandai Namco ersonnen hat, nicht immer nachvollziehbar, dürfte die Story für viele Spieler eher Füllwerk zwischen den Missionen denn wirklich packend sein. Handwerklich gibt es aber wenig zu bemängeln: Die Zwischensequenzen sind sehr schön geworden, die Missions-Briefings empfanden wir im Test als effizient und informativ.

„Ace Combat 7“ spielt man unserem Eindruck nach aber ohnedies wegen seines Gameplays, den wunderbar umgesetzten Flugzeugen inklusive jeweils eigenem Flugverhalten und seiner Action - und weniger wegen der Handlung. Es gibt eine Vielzahl von Missionstypen und gut zwei Dutzend Flugzeuge, von Klassikern à la Mig-21 oder F-16 über aktuelle Jets wie Eurofighter Typhoon oder Saab Gripen bis hin zu Kampfflugzeugen der nächsten Generation wie F-22 und der F-35. Eine Vielzahl Spezialwaffen für den Luft-Luft- oder Luft-Boden-Kampf schaltet man im Spielverlauf ebenfalls frei.

Genug Abwechslung - im Rahmen des Möglichen
Bei den Missionen bieten die Entwickler im Rahmen des Möglichen viel Abwechslung. Es gibt Eskort-Missionen, Abfang-Aufträge, simplere Kost nach dem Muster „Zerstöre alle Gegner“, Bosse und durchaus auch die eine oder andere Stealth-Passage, in der es gilt, das feindliche Radar auszutricksen. Mal bombardiert man feindliche Stellungen am Boden, mal geht es in luftigste Höhen auf die Jagd nach einem flotten Aufklärer. Für Abwechslung ist in „Ace Combat 7“ also gesorgt - auch, wenn man letztlich immer mit einem Kampfjet unterwegs ist und damit erledigt, wofür Kampfjets da sind.

Die aus der Spielmechanik resultierenden Dogfights spielen sich ganz schön spannend. Ständig versucht man, mit gewagten Wendemanövern in eine taktisch bessere Position als der Gegner zu gelangen, sich hinter ihn zu setzen, die Zielerfassung abzuschließen und ihm die Zielsuchraketen ins Heck zu feuern. Weil der Gegner selbiges versucht, entstehen bisweilen nervenaufreibende Duelle, die gegen stärkere Opponenten durchaus auch einmal einige Minuten dauern und sich über etliche Kilometer Distanz und Tausende Höhenmeter erstrecken können.

Zugängliche Steuerung für Anfänger und Experten
Dass „Ace Combat 7“ zugänglich bleibt und erfahreneren Fliegern trotzdem Freude bereitet, gewährleisten die Entwickler mit zwei Steuerungs-Presets. „Experten“ rollen wie ein echter Pilot um die Flugzeugachse und nutzen dabei das Höhenruder für Richtungsänderungen in Schräglage, Anfänger können das Flugzeug indes nur bis zu einem gewissen Grad in Schräglage bringen und verlieren so nicht so leicht den Überblick. Wenngleich die Grafik allen Anlass zum Verlust der Übersicht bieten würde.

Denn: „Ace Combat 7“ ist die hübscheste Arcade-Flugsimulation, die uns je untergekommen ist. Gut, das Genre ist auch nicht sonderlich breit aufgestellt, aber die detaillierten Landschaften am Boden und die immens realistischen Wolken-, Wetter- und Windeffekte inklusive sich im rechten Moment bildenden physikalisch korrekten Kondensstreifen am Himmel machen wirklich ordentlich etwas her. Und die detaillierten anpassbaren Flugzeuge sowieso.

Replay-Videos zeigen die ganze Grafikpracht
Im Test haben wir uns mehrmals dabei ertappt, mit einer gewissen Freude die nach jeder Mission automatisch startenden Replay-Videos anzusehen und unsere waghalsigen Manöver in maximaler optischer Opulenz aus anderer Perspektive nochmals Revue passieren zu lassen. Selbst im Tiefflug sieht das Game toll aus und hält schon auf der Konsole, was die Unreal-Engine verspricht. Umso gespannter sind wir auf die PC-Version, die Anfang Februar nachgereicht werden soll.

Erfreulich für all jene, die im Besitz der VR-Brille PlayStation VR sind: „Ace Combat 7“ hat einen optisch opulenten Virtual-Reality-Modus mit einer Handvoll speziell gestalteter VR-Missionen. Der eignet sich vortrefflich, um die Möglichkeiten von VR zu demonstrieren und fühlt sich - zumindest theoretisch, tatsächlich variierten hier die Erfahrungen unserer Tester - „natürlicher“ an als etwa ein Shooter, weil man sowohl im Spiel als auch in der Realität auf einem (Piloten-)Stuhl sitzt. Motion Sickness kann unserer Erfahrung nach trotzdem entstehen. Dennoch: Der Modus ist eine tolle VR-Technikdemo und ein sehr nettes Extra für VR-Gamer, hat aber natürlich bei weitem nicht dem Umfang des Hauptspiels.

Manch eine Turbine verträgt mehr Wumms
Noch etwas dröhnender hätten wir uns den Sound von „Ace Combat 7“ vorgestellt: Während uns die musikalische Untermalung mit treibenden Nummern im „Top Gun“-Stil sehr gut gefallen hat und es auch an den Soundeffekten bei Treffern oder Raketenfeuer nichts zu bemängeln gibt, erschien uns manch ein Düsentriebwerk etwas zu zahm, in der Frequenz womöglich näher am Staubsauger als am Flugzeug.

Langzeitmotivation verspricht bei „Ace Combat 7“ ein Mehrspielermodus, in dem man sich in verschiedenen beliebten Disziplinen vom Team Deathmatch bis hin zum Battle-Royale-Szenario misst, in dem gewinnt, wer am Schluss noch nicht abgeschossen wurde. Dabei gilt: Zwar liefert auch die KI schon eine gewisse Herausforderung, ein Dogfight mit menschlichen Gegnern ist dann aber doch noch einmal etwas Anderes …

Fazit: „Ace Combat 7: Skies Unknown“ hat fast alles, was wir uns von einer gelungenen Arcade-Flugsimulation erwarten. Eine etwas verworrene, aber hübsch inszenierte Story ist hier mit opulenten und spannenden Luftkämpfen verheiratet worden, die Anfänger wie erfahrenere Piloten in ihren Bann ziehen. Ein abwechslungsreicher Multiplayer verspricht Langzeitmotivation, der VR-Modus sorgt für offene Münder. Da können Freunde der Luftschlacht über hie und da dünne Soundeffekte definitiv hinwegsehen. Wer nichts von Luftkämpfen hält, sollte ohnedies hinterfragen, ob ein Game, dessen Stars 28 realistische Kampfjets sind, erfüllend für ihn ist.

Plattform: PC, PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: Bandai Namco
krone.at-Wertung: 8/10

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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