Steirische Eltern berichten von Kleinen, die mit vollen Windeln warten müssen, Gewalt unter Kindern und einem System, das überfordert wirkt.
„Wir wissen nicht weiter“, sagen die Eltern zur „Krone“. Die Zeitung ist ihr letzter Ausweg, es gehe ihnen nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, „sondern ums Vorbeugen“. Ihr Kind ist eines von mehreren in einem Grazer Kindergarten, das immer wieder von anderen gebissen und gekratzt wurde, so die Aussage. Ein Wechsel wurde angestrebt, schien aber nicht möglich.
Der Kindergarten reagierte, kurze Zeit später wiederholten sich die Ereignisse. „Wir haben immer wieder nachgefragt, es hieß, alles wird aufgearbeitet, dann war wieder niemand erreichbar.“ Manche Verletzungen, auch bei anderen Kindern, sollen gröberer Natur gewesen sein. Die Ereignisse liegen zum Teil Monate zurück, teils erst wenige Wochen. „Wir haben jeden Tag Bauchweh, wenn einer von uns das Kind abholt.“
Wir haben immer wieder nachgefragt, und es hieß, alles wird aufgearbeitet. Doch dann war wieder niemand erreichbar.
Eltern eines Kindes, das wiederholt von anderen Kindern verletzt wurde
„Wir sehen die enorme Belastung, aber ...“
Szenenwechsel. Einer anderen Familie ist der Wechsel geglückt: „Die Pädagoginnen sind total engagiert!“ Im ersten Kindergarten schien die Zeit zu fehlen – selbst für Aufgaben wie das Wickeln des Kindes (3). „Auf einmal hieß es, dass wir unser Kind zu Mittag abholen müssen, weil es ab da nicht mehr gewickelt werden könne. Wir waren wie vor den Kopf gestoßen.“
Was die Familie stört: Das Kind wurde mit dem Wissen, dass es nicht trocken ist, aufgenommen. „Wir sehen die enorme Belastung in Kindergärten, aber wir wollten unser Kind nicht mehr mit vollen Windeln abholen!“
Wieder Szenenwechsel. In einem anderen Grazer Kindergarten kamen unlängst schwere Vorwürfe auf, ein Bub soll von älteren Kindern zu sexuellen Handlungen gedrängt worden sein – die „Krone“ berichtete. Die Familie kritisierte eine unprofessionelle Handhabung des Falls. Keine der Familien will namentlich genannt werden. Zu groß ist die Angst, dass den eigenen Sprösslingen Nachteile entstehen könnten. Von offizieller Seite fühlen sie sich alle im Stich gelassen.
Stadt spricht von stetigen Hilfsangeboten
Die Bildungsabteilung der Stadt kann auf die konkreten Fälle nicht eingehen, betont allerdings, dass man gemeinsam mit den Eltern und Pädagogen stets individuelle Unterstützungs- und Handlungsstrategien anbiete.
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