Fr, 22. Februar 2019
27.11.2018 09:24

„Im Kommen“

Serviceroboter: Wenn Maschinen Kunden helfen

Luna Pepper lernt schnell. Jeden Tag wird sie mit neuen Informationen gefüttert, damit sie sich besser mit Menschen unterhalten kann. Die Roboter-Dame, die in einer Sparkassenfiliale im norddeutschen Bremen zuhause ist, begrüßt die Kunden, spricht mit ihnen über das Wetter oder erzählt einen Witz. Filialleiter Alexander Löde ist stolz auf die neue Mitarbeiterin. „Sie unterstützt uns mit Rat und Tat“, sagt er. Die Begegnung mit Luna sei für alle ein besonderes Erlebnis. Experten sind sich sicher: Die Serviceroboter sind im Kommen.

Roboter mit regelmäßigem Kundenkontakt sind bisher selten. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) werden sogenannte humanoide Roboter mit menschenähnlicher Gestalt bisher vor allem zu Forschungszwecken und auf Veranstaltungen wie Messen eingesetzt. Als fester Bestandteil eines Service-Konzepts seien sie noch nicht weit verbreitet, erklärt der Geschäftsführer von VDMA Robotik und Automation, Patrick Schwarzkopf.

Aber: „Es ist im Kommen. Ich glaube, dass die humanoiden Roboter, die auf Rädern laufen, in der Nähe der Marktreife sind“, meint Schwarzkopf. Zur Beantwortung einfacher Fragen etwa nach einem bestimmten Produkt seien sie gut einsetzbar. „In den kommenden fünf Jahren werden viele Menschen mal einen Roboter gesehen haben.“

„Menschen sind noch nicht an Kommunikation mit Robotern gewöhnt“
Am Münchner Flughafen hatten Reisende im vergangenen Frühjahr die Gelegenheit, sich mit einer Kollegin Lunas zu unterhalten. Wie in Bremen wählten die Projektverantwortlichen das Modell Pepper des japanischen Anbieters SoftBank Robotics und gaben ihm eine weibliche Identität. Drei Monate stand Josie Pepper als Ansprechpartnerin bereit. Reibungslos war die Kommunikation nicht immer.

„Eine der größten Herausforderungen war, dass die Menschen es noch nicht gewöhnt sind, mit dem Roboter zu kommunizieren“, berichtet Projektleiterin Julia Schmidt. „Die Leute haben Fotos mit dem Roboter gemacht, aber sie haben ihm nicht zugetraut, eine richtige Frage zu beantworten.“ Eine positive Bilanz zieht Schmidt dennoch: Josie sei insgesamt sehr gut bei den Passagieren angekommen.

Derzeit nutzt der Münchner Flughafen Josie Pepper für Veranstaltungen. Als Ehrengast beantwortet sie die Fragen der Besucher. „Robotik und künstliche Intelligenz beschäftigen uns auch weiterhin“, sagt Schmidt. Ob die Roboter-Dame irgendwann wieder für die Passagiere da sein soll, ist unklar. Schmidt zufolge wird derzeit geklärt, in welchen Bereichen Josie den größten Mehrwert bietet.

Vielfältig einsetzbar
Auch die Stadtsparkasse München hat seit Anfang des Jahres einen Roboter im Einsatz, um Menschen die digitalen Möglichkeiten zu erklären. Smalltalk könne Monaco Pepper auch, sagt Banksprecher Joachim Fröhler. „Er kommt sehr gut bei den Besuchern an.“ Fröhler geht davon aus, dass sich Monacos Einsatzgebiet erweitern wird. „Die Luft nach oben ist weit. Künstliche Intelligenz ist ein Thema, das uns in der Gesellschaft zunehmend beschäftigen wird.“

Die Sparkasse in Bremen hat mit ihrer Luna, die ohne Programmierung rund 20.000 Euro gekostet hat, viel vor. Zunächst soll sie Laser-Sensoren bekommen und fahren lernen, wie Filialleiter Löde sagt. Möglich sei zum Beispiel, dass sie eine zum Gespräch erwartete Kundin in der Eingangshalle begrüßt und dann dem entsprechenden Mitarbeiter Bescheid gibt. Bei der Beratung fremdsprachiger Kunden soll sie ebenfalls helfen - geplant ist, dass Luna Englisch, Russisch und Türkisch lernt. „Wenn sie die Fremdsprachen kennt, können wir sie mit ins Gespräch nehmen, und sie übersetzt“, erklärt Löde.

Programmierte Persönlichkeit
Ermöglicht wird all das durch die Software im Roboterkopf. Im Fall von Luna steckt das Bremer Unternehmen Blackout Technologies dahinter, das „Persönlichkeiten“ für Roboter anbietet. Bestimmte Fähigkeiten und Antwort-Muster werden einprogrammiert, danach kommt die Rechen-Power aus Netzwerken im Internet. So kann der Roboter Sprachanfragen verarbeiten und entsprechende Antworten formulieren.

Besondere Sicherheitsrisiken sieht Schwarzkopf vom VDMA nicht. „Es ist eine Frage der IT-Sicherheit, die sich nicht so wesentlich von anderen IT-Anwendungen unterscheidet“, sagt er. Wie bei anderen Technologien gebe es auch bei intelligenten Robotern allerdings die Aufgabe, die Daten so abzusichern, dass sie nicht gehackt werden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Europa Leauge
Aus für Bayer Leverkusen, Chelsea locker weiter
Fußball International
Europa League
Das Wunder bleibt aus! Rapid geht in Mailand k.o.
Fußball International
Aus in Europa League
Brügge-Coach nach Salzburger Gala: „Peinlich“
Fußball International
Europa League
Frankfurter weiter, Arsenal macht Pleite wett
Fußball International
Europa-League-Gala
ACHTELFINALE! Salzburg räumt Brügge aus dem Weg
Fußball International
Schlechter Verlierer
WM-Eklat! Russe attackiert Langlauf-Sieger im Ziel
Nordische Ski-WM
Übergriffe in Praxis
Missbrauchs-Vorwurf: Arzt in Untersuchungshaft!
Oberösterreich
Verband reagiert
Schiedsrichterkritik: Satte Geldstrafe für Klopp!
Fußball International
Starkes WM-Training
Kraft zeigt groß auf - ÖSV-Aufgebot steht fest!
Nordische Ski-WM
Vor Europa-League-Hit
Rapidler setzen sich in Mailand stimmlich in Szene
Video Fußball
Vier Soldaten verletzt
Nach Granaten-Übung mit Panzerwagen überschlagen
Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.