Für Zulassung in Korea

Fälschte Audi in Abgastests Fahrgestellnummern?

Motor
08.10.2018 10:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die VW-Tochter Audi soll für die Zulassung von Autos in Südkorea jahrelang Fahrgestellnummern und Testprotokolle gefälscht. Der Hersteller habe einem Zeitungsbericht zufolge damit die Zulassung von Autotypen erschlichen, die sonst keine Betriebserlaubnis erhalten hätten.

Audi habe spezielle Vorschriften nicht „abdecken“, also nicht einhalten können, zitierte das Blatt aus einem internen Audi-Prüfbericht. Die Staatsanwaltschaft München II ermittle wegen Betrugsverdachts gegen drei Audi-Beschäftigte; darunter seien keine heutigen oder früheren Vorstandsmitglieder.

Das Unternehmen erklärte auf Anfrage der „Süddeutschen“, die Erkenntnisse aus den Revisionsberichten seien „mit den koreanischen Zulassungs- und Strafverfolgungsbehörden konsequent von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Volkswagen und Audi“ abgearbeitet worden. Gerichtsverfahren und Verurteilungen in Südkorea wie auch personelle Maßnahmen seien die Folge gewesen. „Der lokale Dienstleister, der für die Marken des Konzerns in Korea tätig war, wurde ausgetauscht.“

Bei Abgas-Razzia aufgeflogen
 Die Dokumente, die zu dem neuen Ermittlungsverfahren führten, waren den Strafverfolgern laut Bericht bei einer Razzia wegen der Abgasaffäre im März 2017 in der Ingolstädter Audi-Zentrale in die Hände gefallen. „Audi hat die Staatsanwaltschaft nicht informiert“, teilte die Behörde der Zeitung auf Anfrage mit.

Der Prüfbericht der Audi-Revision zu Südkorea trägt der „SZ“ zufolge das Datum 14. Juli 2016. Auf dem Verteiler des Berichts stand demnach an erster Stelle der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler, gefolgt von weiteren Managern. Die Prüfergebnisse besagten demnach, dass Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm seit 2013 Testprotokolle für die Zulassung von Fahrzeugen in Südkorea „gezielt manipuliert“ hätten.

Testdaten manipuliert
 Das betraf demnach Messergebnisse des Schadstoffausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs. Testdaten und Kilometerzahlen der betreffenden Autos seien manipuliert worden, um vorzutäuschen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten würden.

Um zu verhindern, dass dies nachvollziehbar sei, seien Fahrgestellnummern gefälscht worden. In 18 Fällen sei eine falsche Fahrgestellnummer ins Testprotokoll eingetragen worden. Die manipulierten Unterlagen seien an den Verkauf in Südkorea geschickt worden, zur Vorlage bei den dortigen Behörden.

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