Digitale Bücher

Europeana soll Google Books Konkurrenz machen

Web
30.11.2009 10:27
Mit dem Ausbau der europäischen Internetplattform Europeana will Europa eine Antwort auf Googles Projekt zur Digitalisierung von Büchern, Google Books, entwicklen. Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten verständigten sich in Brüssel darauf, zu diesem Zweck deutlich mehr Bücher im Internet zugänglich zu machen.
Diplomaten zufolge ist Googles Projekt das ehrgeizigste und am weitesten fortgeschrittene Vorhaben. Umso wichtiger sei es, von dieser Entwicklung nicht gänzlich abgeschnitten zu sein. Die Weiterentwicklung von Europeana sei daher der richtige Schritt in diese Richtung. EU-Medienkommissarin Viviane Reding zufolge ist in Europa bislang durchschnittlich nur ein Prozent der Bücher auch elektronisch vorhanden.

Über vier Millionen digitale Bücher, Bilder, Texte und Töne
Schon jetzt findet der Nutzer auf der Europeana-Plattform (siehe Infobox) etwa 4,6 Millionen digitale Bücher, Bilder, Texte und Töne. Nach dem Willen der Europäer soll sich diese Zahl bald auf rund zehn Millionen erhöhen. Zuvor müssten allerdings noch rechtliche Grundlagen geschaffen werden. Dafür stehe unter anderem das aktuell geltende Urheberrecht auf dem Prüfstand. Inwieweit dieses geändert werden soll, ist bislang noch nicht Thema der politischen Debatte im EU-Ministerrat gewesen.

Hauptunterschied von Europeana zu Google Books sei, dass die Federführung des europäischen Projektes nicht einem privaten Anbieter überlassen werde, sagte Reding. Damit solle ein Informationsmonopol verhindert werden. Die Mitgliedsstaaten sollen eine koordinierende Rolle einnehmen. Private Partnerschaften seien jedoch denkbar und erwünscht.

Googles ehrgeiziger Plan
Für Google Books sollen mehrere Millionen Bücher aus Universitäten und Büchereien eingescannt werden. Wegen erheblicher Urheberrechtsbedenken der EU hatte Google eine neue Vereinbarung vorgelegt, der zufolge nun nur noch Bücher digitalisiert werden, die urheberrechtlich in den USA, Australien, Kanada und Großbritannien registriert sind. Damit wären mehr als 95 Prozent der Bücher, die in allen anderen Ländern verlegt wurden, nicht mehr Bestandteil des "Google Books Settlements".

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