Nächster Rückschlag für den britischen Premier Keir Starmer! Die Kritik an seiner Regierung reißt nicht ab – nun verliert der Labour-Chef auch noch seinen Verteidigungsminister. John Healey warf am Donnerstag überraschend das Handtuch.
Als Grund für seinen Rücktritt nannte Healey einen Streit über die Höhe der Verteidigungsausgaben. In einer Mitteilung auf der Kurznachrichtenplattform X machte der Minister seinem Ärger Luft und zog die Konsequenzen. Für Starmer kommt der Abgang zur Unzeit: Die Regierung steht ohnehin bereits massiv unter Druck.
„Waren nicht willens, Mittel bereitzustellen“
Durch den Streit zwischen dem britischen Verteidigungs- und dem Finanzministerium verzögert sich der Verteidigungsinvestitionsplan bereits seit letztem Jahr. „Sie waren nicht in der Lage, und das Finanzministerium war nicht willens, die Mittel bereitzustellen, die die Nation in dieser Zeit zunehmender Bedrohungen zur Verteidigung des Landes benötigt“, schrieb Healey in seinem Brief.
Die Verzögerung hat die britische Rüstungsindustrie verärgert. Diese hat erklärt, sie könne in Zeiten großer geopolitischer Instabilität und angesichts der Tatsache, dass sich die Vereinigten Staaten vom Schutz Europas abwenden, nicht in langfristige Programme für die Sicherheit des Landes investieren.
Regierung seit Wochen in der Krise
Die britische Regierung befindet sich seit einigen Wochen in der Krise. Für den ohnehin bereits angezählten Starmer ist der unerwartete Schritt des bislang loyalen Ministers ein schwerer Schlag. Premierminister Starmer sieht sich nach dem Debakel seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai mit Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen konfrontiert.
Mitte Mai trat bereits Gesundheitsminister Wes Streeting zurück und bekundete seine Absicht, Starmer das Amt als Partei- und Regierungschef streitig zu machen. Mit der Bewerbung um einen Parlamentssitz läuft sich auch der Labour-Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, warm, um den Partei- und Regierungschef herauszufordern. Er könnte bereits am kommenden Donnerstag bei einer Nachwahl im Bezirk Makerfield den Sprung ins Unterhaus schaffen. Beobachtern zufolge dürften die Chancen Starmers, im Amt zu bleiben, nun weiter schrumpfen.
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