Di, 23. Oktober 2018

Awareness-Aktion

05.05.2018 06:00

Wir laufen dem Cholesterin davon!

So flott kann Engagement für mehr Aufklärung sein: Die Patienteninitiative FHchol Austria trainiert für den Österreichischen Frauenlauf, um auf die angeborene Fettstoffwechselstörung aufmerksam zu machen.

Dass Sport, ein gesunder Speiseplan und Vermeidung von Übergewicht hohe Cholesterinwerte positiv beeinflussen, dürften wohl die meisten Menschen schon öfter gehört haben. Doch kaum jemand weiß von einer Form der Fettstoffwechselstörung, die angeboren ist und bereits im Kindesalter Gefäßschäden verursachen kann, familiäre Hypercholesterinämie, FH, genannt. Ein einfacher Bluttest gibt Auskunft, denn schon bei kleinen Kindern sind die Lipidwerte extrem hoch. Wenn bei direkten Verwandten Fälle von Herzinfarkt und Schlaganfall in jungen Jahren vorkamen, sollte man sich und seine Kinder unbedingt testen lassen.

„Es ist leider viel zu wenig bekannt, dass bis zu 40.000 Personen in Österreich von FH betroffen sind“, erklärt Gabriele Hanauer-Mader, Obfrau von FHchol Austria* und Projektkoordinatorin „Fass dir ein Herz“ Register & Screening für Familiäre Hypercholesterinämie, selber Mutter einer betroffenen Tochter (im Bild oben 2. v. l.). „Gerade bei diesem Leiden ist es jedoch relativ einfach, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern. Man muss aber eben davon wissen und behandeln. Neben gut erforschten Medikamenten und entsprechender Ernährung spielt Bewegung eine wesentliche Rolle bei der Herzgesundheit.“

Daher verbindet sie zusammen mit Kolleginnen von der MedUni Wien gleich beides zu einer Awareness-Aktion, die sich vor allem an Familien, Frauen und Mütter richtet: Als Gruppe treten die Damen beim heurigen Frauenlauf am 27. Mai im Wiener Prater an. Eine Broschüre gibt es mit Unterstützung von Frauenlauforganisatorin und -Gründerin Ilse Dippmann auch beim beliebten Kinderlauf am Samstag, 26.5. „Nur wer informiert ist, hat die Chance, sein Leben bewusst in die Hand zu nehmen. Ich habe es für mich erst als Teenager erfahren, weil sich Durchblutungsstörungen in den Fingern zeigten. Dabei war mein Vater durch den frühen Herztod seines Vaters schon als Kind Halbwaise geworden. Auch meine 17 Monate alte Tochter hat die FH geerbt“, so Kinderärztin Dr. Monika Chocholous, AKH Kinderklinik, die ebenfalls mit von der Laufpartie und besonders sportlich ist (im Bild oben 1.v.l.).

Gesunden Lebensstil umsetzen
„Wenn wir gesunden Lebensstil predigen, müssen wir das natürlich selber beherzigen“, sind sich auch die anderen FHchol-Läuferinnen (Studentin Nikolina Papac, Dr. Juliane Weisser, Dr. Yael Nossent und Mag. Vesna Krajina) - allesamt in der Wissenschaft tätig - einig. So international wie das Team ist übrigens auch der 31. Österreichische Frauenlauf selber: die 35.000 Teilnehmerinnen kommen aus 90 verschiedenen Nationen. „Forschung ist wichtig, weil jede neue Erkenntnis die Chance auf Heilung verbesser“, so die Überzeugung von Dr. Yael Nossent. Aber der Grundgedanke ist, das Thema weiter zu verbreiten und damit in der Folge vielleicht sogar Leben zu retten. Übrigens wird sich auch „Krone-Gesund“ an der Initiative beteiligen. Die Autorin hat schon eine Startnummer für die 5-km-Strecke zusammen mit den Girls von „FHchol Austria“.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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