Di, 25. September 2018

Oft Kinder als Opfer

24.04.2018 06:00

Tödliche Gefahr durch Meningitis

Rar, aber umso risikoreicher: Meningokokken-Meningitis. 100 Österreicher erkranken hierzulande jährlich. Die durch Bakterien ausgelöste Gehirnhautentzündung kann innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen bzw. schwerwiegende Folgeerscheinungen wie Amputationen oder Hörverlust mit sich bringen. Die Impfung schützt.

„Eitrige Meningitis ist zwar eine seltene, aber lebensgefährliche Erkrankung, an der in Österreich jedes Jahr etwa zehn Kinder sterben. Das kann man durch Impfungen vermeiden. Wer sollte da keine Spritzen erhalten?“, appelliert der steirische Kinderarzt Prof. Dr. Ingomar Mutz anlässlich des Welt-Meningitis-Tages am 24. April. Eine Infektion ist aufgrund anfänglich unspezifischer Symptome oft schwer zu diagnostizieren, verschlimmert sich aber schnell. „Zunächst treten grippeähnliche Symptome auf. Dazu setzen starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit ein. Bei vielen bemerkt man zusätzlich kleine, punktförmige Hautblutungen, die sich rasch vergrößern“, beschreibt Prof. Mutz.

Bei Säuglingen und Kleinkindern zeigen sich die Zeichen oft trügerisch mild. Die Kleinen erkranken aufgrund ihres unreifen Immunsystems besonders häufig und schwer an Meningokokken, meist der Gruppe B (gefolgt von C). Auch Jugendliche zählen zu den Risikopatienten. Vor allem aufgrund ihres Sozialverhaltens - enger Kontakt, Küssen, Sprachreisen, Besuch von Veranstaltungen - sind sie gefährdet. Laut österreichischem Impfplan empfiehlt sich eine Schutzimpfung gegen Meningokokken B für alle Kinder ab dem zweiten vollendeten Lebensmonat und gegen die Gruppe C für Kleinkinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Für Jugendliche gibt es gegen die Gruppen ACWY einmal im Schulalter (10 bis 13 Jahre) ein kostenloses Programm.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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