Di, 21. August 2018

Das Hirn fit halten

15.04.2018 06:00

Nicht rauchen hilft auch gegen Demenz!

Der bekannte Anti-Aging-Arzt Prof. Dr. Erich Müller-Tyl gibt Tipps, wie man neben dem Körper auch den Geist jung erhalten kann. Am wichtigsten für die „jungen Alten“: Neugierig bleiben, sich stets weiterbilden. Und viel lachen!

Geliftete Gesichter, Silikonbrüste, neu eingepflanzte Haare, künstliche Hüften und Knie - was tun wir Menschen nicht alles, um dem Alter ein Schnippchen zu schlagen? Der Anti-Aging-Trend macht vor fast nichts halt. Vergessen wird allerdings oft der Geist! Der alte Spruch „Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper“ stimmt heute nur noch bedingt. Immer häufiger passt in höherem Alter zwar die Fitness, aber Vergesslichkeit, mangelnde Konzentration und depressive Verstimmung beeinträchtigen die Lebensqualität massiv.

Mein wichtigster Rat lautet: Lernen Sie neue Menschen kennen und streben Sie neue Fertigkeiten an! Dann wird das Gehirn nämlich ähnlich beansprucht wie Muskeln durch körperliches Training. Das Kennenlernen auch der Gedanken anderer Menschen etwa, lenkt die eigene Gehirnfunktion nachweislich in neue Bahnen. Zudem besteht ein biochemischer Einfluss: Bei Stress wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet, das klares Denken erschwert. Herzliches Lachen in Gesellschaft hingegen senkt den Cortisolspiegel. Es stärkt auf diese Weise auch Gedächtnis und Lernfähigkeit.

Warum nicht in der Pension ein Musikinstrument lernen, einen Hobbykurs besuchen oder sich für Fremdsprachen interessieren? Damit schafft man neue Funktionsbahnen zwischen „alten“ Hirnzellen. Je schwieriger es ist, sich mit einer bisher ungewohnten Beschäftigung auseinander zu setzen, desto mehr wird das Gehirn gestärkt. Allerdings ist es sinnvoll, sich jeweils mit nur einer Sache zu befassen und dieser die ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Zu viele Informationen auf einmal führen zur Überlastung und dadurch zum gegenteiligen Effekt.

Wussten Sie, dass Meditation sogar hohen Blutdruck und hohe Cholesterinwerte senken kann? Üben Sie irgendein kurzes Gedicht oder die Textzeile eines Liedes. Beim stummen Aufsagen (es muss ja niemand zuhören) auf ruhige Atmung achten. Das kann neben Verzicht auf zu viel Alkohol zum Beispiel das Risiko für Alzheimer verringern. Wissenschaftlicher Hintergrund: Die Fixierung des Gehirns auf den üblichen Gedankengang wird durch Meditation unterbrochen. Freilich darf auf den Körper nicht vergessen werden! Schließlich verbessert Training die Durchblutung auch der Hirnregion. Es ist dabei nicht notwendig, für die nächste Olympiade zu schuften - 30 Minuten täglich in irgendeiner Form bewegen reicht vollkommen.

Vielfach unterschätzt wird im Zusammenhang mit vorzeitigem geistigem Abbau der Lebensstil! Nehmen wir das Rauchen: Die vielen chemischen Substanzen im Tabak erhöhen das Demenzrisiko enorm! Das gilt übrigens ganz klar auch für Passivrauchen! Weiters reduziert übermäßige Kalorienzufuhr im fortgeschrittenen Alter die Gedächtnisleistung. Laut Statistik ist starkes Übergewicht in mittleren Jahren mit deutlich schlechterer Hirngesundheit im späteren Leben verbunden. Als ein ebenfalls wesentlicher Faktor für geistige Fitness gilt ausreichender Schlaf.

Bleibt noch ein kurzer, medizinischer Hinweis: Zahlreiche Krankheiten wirken sich negativ auf die Hirntätigkeit aus. Dazu gehören Herzleiden, Stoffwechselstörungen und Depressionen. Nicht zögern, ärztliche Hilfe zu suchen! In nahezu allen Fällen stehen wirksame Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Univ.-Prof. Dr. Erich Müller-Tyl, Facharzt für Frauenheilkunde, Hormonspezialist.
Kontakt: 01/368 69 00; www.mueller-tyl.at

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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