Sa, 21. Juli 2018

Endometriose

19.03.2018 06:00

Bauchweh auf den Grund gehen!

Starke Regelschmerzen, unklare Beschwerden, Blutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit – Anzeichen für Endometriose. Eine noch immer eher unbekannte Krankheit, die bei bis zu 15 Prozent der Frauen im fruchtbaren Alter auftritt. 

Wenn gebärmutterschleimhautartige Zellverbände außerhalb des für sie vorgesehenen Organs wuchern, spricht man von Endometriose. Frauen, die regelmäßig mit Schmerzen im Unterleib zu kämpfen haben, leiden in 45 bis 80 Prozent der Fälle darunter. Junge unter 22 Jahren sind bei chronischem Bauchweh, das sich kaum therapieren lässt, sogar zu 70 Prozent davon betroffen! Die Symptome treten vor allem vor und während der Menstruation, bei und nach Geschlechtsverkehr oder der Blasen- sowie Darmentleerung auf. Weitere mögliche Probleme: Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit während der „Tage“, vermehrtes Auftreten von Allergien und anderen Autoimmunerkrankungen sowie ungeplante Kinderlosigkeit.

„Endometriose-Herde können sich in verschiedenen Bereichen des Bauchraums, etwa dem Bauchfell, am inneren Genitale, der Blase, dem Darm oder ausnahmsweise sogar außerhalb des Bauchraums ansiedeln“, erklärt Dr. Hannes Schneiderbauer, Gynäkologe am Klinikum Wels-Grieskirchen (OÖ). „Genau wie Zellen innerhalb der Gebärmutter sind die Wucherungen dem Einfluss von Hormonen unterworfen und können Blutungen auslösen. Als Folge treten mitunter Verwachsungen, Vernarbungen und Entzündungen auf.“

Aufgrund der individuellen Symptome ist es nicht leicht, eine Diagnose zu erhalten. Diese wird durch eine operativ gewonnene Gewebeprobe gestellt. Auch Anamnese, Tastuntersuchungen, Ultraschall sowie MRT bringen Ärzte auf die richtige Spur. „Bis zum Einleiten einer konkreten Therapie vergehen allerdings oft Jahre, in denen sich die Krankheit oft verschlechtert“, so der Experte. Behandelt wird meist mit Medikamenten, welche die körpereigene Produktion von Östradiol, dem wichtigsten weiblichen Geschlechtshormon, unterdrückt. Das schränkt das Wachstum der Endometriose ein.

Die richtige Ernährung hat zusätzlich Einfluss auf die Symptomatik. Da im Fettgewebe ebenfalls Östrogen produziert wird, sollte das Normalgewicht angestrebt oder eingehalten werden. Außerdem wirkt Nahrung mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren entzündungshemmend. Es ist daher für betroffene Frauen sinnvoll, auf solche Lebensmittel zurückzugreifen. Dazu gehören z. B. Lein- und Walnussöl, Fisch wie Lachs, Makrele und Thunfisch. Wer unter Regelschmerzen leidet, hält sich an Magnesiumreiches wie Vollkornprodukte, Weizenkleie und Reis. Das wirkt krampflindernd. Unterstützend kann man mit komplementären Behandlungen eingreifen, um das Wohlbefinden zu fördern. Bewährt haben sich Entspannungstechniken, aber auch sanfte Bewegung wie Yoga und Tai Chi. Grundsätzlich mehr Sport in den Alltag einbauen!

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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