Die Annäherung an das Fahrzeug erfolgt voller Neugier und doch behutsam – schließlich betreten die Fahranfänger Neuland, und das ist schon für Menschen mit Augenlicht oft eine Herausforderung. Form, Lage und Druckpunkte von Lenkrad, Pedalerie, Ganghebel müssen erst ertastet werden, damit die komplexen Bewegungsabläufe auch während der anschließenden Fahrt flüssig von der Hand gehen. Schon nach wenigen Minuten Trockenübung wird es dann Ernst: Unter den ruhigen Anweisungen eines erfahrenen BMW-Instruktors setzt sich der BMW 330i in Bewegung – am Steuer einer von zehn blinden Teilnehmern beim „BMW Fahrerlebnis für Sehbehinderte“ auf dem BMW-Trainingsgelände am Münchner Flughafen.
Es ist nicht das erste Mal, dass BMW dieses besondere Fahrerlebnis in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. veranstaltet. Aber wie jedes Jahr ist es ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. „Es ist wunderbar, dass BMW auch in 2009 das Autofahren für Blinde und Sehbehinderte wieder möglich gemacht hat. Meine Motivation, die Veranstaltung vom Arbeitskreis Jugend und Ausbildung des BBSB aus wieder zu organisieren liegt darin, dass ich es als Geburtsblinder einfach immer wieder aufregend finde, am Steuer eines Fahrzeugs zu sitzen. Die Freiheit und Mobilität, die einem ein Auto gibt, erfährt man sonst als Blinder oder Sehbehinderter nirgends“, berichtet Sascha Schulze, der die Organisation auf Seiten des Blindenverbandes übernimmt.
Von Weitem kaum zu erkennen
Auf dem abgesperrten Trainingsgelände, welches zur Sicherheit über weite Auslaufzonen verfügt, geht es rasant zur Sache. Schnelles Beschleunigen, absichtliche Notbremsungen und querdynamisch anspruchsvolle Kreisfahrten – von weitem ist kaum zu merken, dass die Fahrer nichts sehen können, sondern sich ganz auf das taktile Feedback des Autos sowie die Anweisungen des Trainers verlassen.
Erlebnisfahrt auch auf dem Beifahrersitz
Nach der Selbstfahrt laden die Instruktoren des BMW-Fahrer-Trainings noch zu einer weiterem Erlebnis ein: Als Beifahrer in einem BMW X5, den aufgebauten Geländeparcours zu bewältigen. Dabei erfahren die Teilnehmer, welche Reserven in dem Fahrzeuge stecken und wie die Fahrwerkregelsysteme auch im Gelände unterstützen. Steile Bergauf- und Abfahrten kombiniert mit Schräglagen und freischwebenden Rädern bringen weder den Instruktor noch den X5 aus der Ruhe, treiben den Puls der Mitfahrer aber umso mehr an. Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen resümiert Sascha Schulze am Ende des Nachmittags: „Ich wünsche mir sehr, dass es noch viele Events dieser Art beim Fahrertraining von BMW geben wird.“
Hoffen wir auf das nächste Jahr, denn die Blindenfahrten sind kein Bestandteil des normalen Programms beim BMW Fahrer-Training.
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