9 Monate nach Start

Europas Online-Bibliothek endlich störungsfrei

Web
28.08.2009 11:32
Neun Monate nach ihrem Start läuft Europas Online-Bibliothek Europeana endlich störungsfrei. EU-Medienkommissarin Viviane Reding beklagt allerdings, dass bisher nur fünf Prozent aller digitalisierten Bücher in der EU auch tatsächlich über Europeana zu erreichen sind, wie aus einem am Freitag von der EU-Kommission in Brüssel vorgelegten Dokument hervorgeht.

Die Online-Bibliothek war im November 2008 wegen unerwarteten Besucheransturms zusammengebrochen. Danach wurde die Serverkapazität erheblich vergrößert. Europeana macht Dokumente, Bücher, Gemälde, Filme und Fotos aus europäischen Sammlungen kostenlos im Internet zugänglich. 4,6 Millionen Objekte sind derzeit abrufbar, bis 2010 sollen es zehn Millionen sein. 

Mehr Mitarbeiter der Staaten gefordert
Die Kommission stellt zwei Millionen Euro pro Jahr für den Unterhalt der Plattform bereit. Die Kosten für die Digitalisierung tragen die EU-Staaten. Reding bemängelt jedoch, dass die Werke in Europeana zu einem großen Teil aus Frankreich kommen - die Anstrengungen der anderen Mitgliedstaaten reichen demnach nicht aus. Frankreich stellt 47 Prozent aller Objekte, Deutschland 15,4 Prozent, gefolgt von den Niederlanden mit 8 Prozent. Österreich hinkt bei der Bereitstellung von Büchern mit 0,2 Prozent deutlich nach. Laut Medienberichten ist das Vorhaben mit technischen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, da die Kosten der Buchdigitalisierung erheblich sind.

Kommission prinzipiell offen für "Google Books"
In der Debatte um das Digitalisierungsprojekt "Google Books" zeigt sich die Kommission offen für private Initiativen. Brüssel fordert Google jedoch auf, Urheberrechte zu beachten. In Frankreich verhandelt die dortige Nationalbibliothek mit Google über die Digitalisierung von Büchern, die keinen Urheberschutz haben. Zu den Auswirkungen eines Vergleichs zwischen dem Google-Konzern und US-Autorenverbänden auf Europa soll es am 7. September eine Anhörung bei der Kommission geben, kündigte Google an.

Google hatte sich zuletzt mit der Vorgehensweise, zuerst Millionen von Büchern aus US-Bibliotheken einzuscannen und sich dann erst bei den (auch europäischen) Rechteinhabern um die nötige Erlaubnis für die Nutzung zu bemühen, international scharfe Kritik eingehandelt. Auch Justizministerin Claudia Bandion-Ortner hat gewisse Aspekte als "nicht unproblematisch" bezeichnet und eine Überprüfung der rechtlichen Vorgehensweise durch die EU-Kommission angeregt. Das österreichische Urheberrecht würde eine Teilnahme heimischer Bibliotheken am Google-Bibliotheksprogramm nicht erlauben.

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