Buch-Digitalisierung

Pariser Nationalbibliothek verhandelt mit Google

Web
21.08.2009 10:22
Gespräche der französischen Nationalbibliothek (BnF) mit Google über die Digitalisierung von Büchern sorgen derzeit in Frankreich für erheblichen Wirbel. Große Verlage warnen davor, urheberrechtlich geschützte Werke frei zugänglich ins Internet zu stellen. "Die BnF legt Wert auf die Präzisierung, dass sie kein Abkommen mit Google über die Digitalisierung ihrer Bestände getroffen hat", erklärte die Bibliothek de France am Donnerstag. Eine "private Partnerschaft" sei aber "niemals ausgeschlossen" worden, um "freien Zugang zu ausschließlich rechtefreien Büchern" zu schaffen.

2005 hatte sich der damalige BnF-Chef Jean-Noël Jeanneney noch - im Namen des Widerstands gegen die kulturelle Vormacht der USA - vehement gegen das Google-Projekt zur Digitalisierung von 15 Millionen Büchern gestemmt. Jetzt führen bei der BnF die Schwierigkeiten zur Finanzierung des eigenen Digitalisierungsprojektes, bei dem drei Jahre lang jährlich 100.000 Bücher sowie zahlreiche seltene Drucke und Manuskripte verarbeitet werden sollen, offenbar zum Umdenken. 

Presseberichten zufolge bräuchte die BnF alleine zur Digitalisierung ihrer Bestände aus der Dritten Republik 50 Millionen Euro – zur Verfügung stehen allerdings nur fünf Millionen. 

Kulturminister Frédéric Mittérand sieht die "Digitalisierung des Kulturerbes" als Teil einer "globalen Strategie" der Kulturförderung. Dabei müssten die Autorenrechte aber strikt beachtet werden. 

Die digitalisierten Werke werden über die französische Internetseite Gallica und ihr europäisches Gegenstück Europeana (siehe Infobox) zugänglich gemacht. Über Gallica kann man auch Bücher mit Copyright finden; dieses Angebot wird gemeinsam mit Verlegern erstellt.

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