Ist Telefonieren mit dem Handy jetzt gratis? Fast möchte man den Eindruck bekommen, nachdem sich die Handynetz-Betreiber in den letzten Wochen eine regelrechte Tarif-Schlacht geliefert haben. Doch dem ist keineswegs so, warnt der Verein für Konsumenteninformation – viele Tarife sind zwar auf einem Tiefstand, aber oft lauern an anderer Stelle höhere Kosten. Mit dem Krone.at-Tarifrechner bekommst du einen Überblick über den aktuellen Tarife-Dschungel. Die Arbeiterkammer hat einen Tarifrechner im Internet, der den günstigsten Tarif für das individuelle Telefonierverhalten herausfindet. (siehe Linkbox)
"Die Tarife klingen immer verlockender, aberkein Normalverbraucher kann sich in diesem Tarifdschungel zurechtfinden.Das hat von Marketingseite System", kritisiert VKI-Obmann HaraldGlatz. Um Licht in den Tarifdschungel zu bringen, hat das Testmagazin"Konsument" rund 50 Tarifmodelle im Privatkundenbereich - nebenHandyprovider auch Festnetzanbieter - unter die Lupe genommen.Ernüchterndes Ergebnis: Eine Berechnung des günstigstenAnbieters ist praktisch unmöglich - außer man weiß,wen man wann, wo, wie lange anruft.
Konsument: Was hinter den Tarifen steckt In den letzten Wochen purzelten die Preise der heimischenProvider ordentlich nach unten. Nach tele.ring, dem Vorreiterim Preiskampf, gibt es nun Gratistelefonie bei One und Hutchinson("3"), Freiminuten bei T-Mobile, ein Cent netzintern bei A1. Dafällt die Entscheidung schwer. Die Mobilfunkbetreiber bekämpfeneinander derzeit mit den tollsten Werbesprechen. VKI-Experte PaulSrna analysiert, was hinter den Ansagen steckt:
ONE: Gratistelefonie in der Nacht und Freizeit 108 Stunden pro Woche gratis telefonieren versprichtOne. Doch dies gilt nur für eine ganz bestimmte Zeit undnetzintern (also von ONE zu ONE): An Wochenenden und wochentagszwischen 20 Uhr abends und 8 Uhr morgens. Wer außerhalbdieser Zeiten telefoniert, zahlt 15 Cent pro Minute in alle Netze(Grundgebühr 17 Euro). "Im großen Vorteil des Handys- nämlich jederzeit telefonieren zu können - liegt auchdie Tücke. Wer nicht überlegt telefoniert, zahlt mit15 Cent in der Geschäftszeit deutlich mehr," erklärtSrna die Kostenfalle.
Hutchinson ("3"): Netzintern gratis Hutchinson verspricht potentiellen Kunden netzinterneGratistelefonie - lebenslang. Wer in den Genuss dieser Gratisminuten- gilt nur für Sprachtelefonie - kommen möchte, mussjedoch erst die Freiminuten (zwischen 250 und 800) aufbrauchen,für die er dementsprechend zahlt, nämlich zwischen 25und 69 Euro monatlicher Grundgebühr. Wer keine Freiminutenmehr hat, zahlt für Anrufe zu anderen Mobilfunkanbietern21 Cent und für Gespräche mittels Videotelefonie 50Cent. "Wer einen Vertrag mit "3" abschließt, für denkommen zusätzlich noch die Kosten (ab 299 Euro) fürein Vertragshandy hinzu, ohne das ein Tarif nicht erhältlichist. Umgerechnet auf die Vertragslaufzeit - meist zwölf Monate- ergibt das eine saftige Grundgebühr", so die Konsumentenschützer.
T-Mobile: Netzintern gratis, teuer in Fremdnetze T-Mobile wirbt derzeit mit dem Relax-Tarif (Grundgebühr17 Euro), mit dem Gespräche österreichweit - allerdingsim Netz von T-Mobile - rund um die Uhr 0 Cent kosten. Der Gratis-Tarifist auf 1.000 Minuten im Monat begrenzt. Alle anderen zahlen nachVerbrauch der Freiminuten 5 Cent netzintern. Wer in fremde Netzetelefoniert, zahlt bis zu 30 Cent. "Dem Zuckerl der Gratistelefonieim eigenen Netz stehen nicht besonders günstige Tarife infremde Netze gegenüber", kommentiert KonsumentenschützerSrna den Relax-Tarif.
Tele.ring: 1 Cent netzintern und ins Festnetz Tele.ring-Kunden zahlen - nach Verbrauch ihrer jeweiligenFreiminuten - für Gespräche ins eigene Netz einen Cent.Dieser Tarif gilt auch für Anrufe ins Festnetz (Ausnahmemobil 60), womit Tele.ring der günstigste Anbieter fürFestnetzanrufe ist. Konsumentenschützer Srna kritisiert,dass "dieser billige Tarif erst dann zur Wirkung kommt, wenn alleFreiminuten aufgebraucht worden sind".
A 1: 1 Cent netzintern aber teuer ins Fremdnetz Auch die Mobilkom hat auf den Preisverfall reagiertund bietet derzeit 1 Cent netzintern rund um die Uhr. Gesprächein fremde Netze kommen allerdings teuer - hier zahlt man bis zu40 Cent pro Minute. Die Grundgebühr (derzeit zehn Euro) wirdfür diesen Tarif ab Jänner 2005 um fünfzig Prozenterhöht. "Bei diesem Tarif zeigt sich wieder deutlich: GünstigeGrundgebühr, hohe Gesprächsgebühr", stellt derVKI-Experte fest. "Mit der Erhöhung der Grundgebührab nächstem Jahr ist dieser Tarif dann absolut durchschnittlich."
Auch hier verdienen die Handynetz-Betreiber mit:Fast alle Anbieter rechnen im 30-Sekunden-Takt ab - auch bei Freiminuten.Daher ist es selbst mit Stoppuhr unmöglich, die Freiminutengrenzegenau einzuhalten.
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