Das Geschäft mit weiteren Finanziers im Hintergrund soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Der geplante Verkauf stützt sich auf einen bei der Europäischen Investitionsbank EIB beantragten Kredit in Höhe von 600 Mio. Dollar (432 Mio. Euro), für den die schwedische Regierung bürgen soll. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson sagte in Stockholm, sie wisse "noch nicht, wie stark die Käufer finanziell tatsächlich sind".
Es sei aber für die Zukunft von Saab mit derzeit 3.400 Arbeitsplätzen "völlig entscheidend, ob die neuen Eigner über genügend Kapital verfügen. Erst nach eingehender Prüfung der Käufer sowie ihres Projektes mit Saab werde die Regierung über eine Bürgschaft entscheiden.
Die Übernahme von Saab berührt auch die deutsche Marke Opel. Nach der Vereinbarung wird der Saab 9-5 künftig nicht - wie ursprünglich vereinbart - im Opel-Stammwerk Rüsselsheim, sondern im Saab-Werk im schwedischen Trollhättan gebaut. Die Produktion des Saab in Deutschland sollte eigentlich in diesem Jahr anlaufen.
Kein Auto unter 700.000 Euro
Saab ist einer der weltweit kleinsten Anbieter von Autos aus Serienfertigung mit einer Jahresproduktion von 93.000 Wagen im vergangenen Jahr. Seit dem Einstieg von GM vor knapp 20 Jahren hat das schwedische Unternehmen bis auf zwei Jahre stets Verluste eingefahren. Für dieses Jahr wird ein Minus von drei Milliarden Kronen (276 Millionen Euro) erwartet. Bei Koenigsegg wurden im vergangenen Jahr 18 Sportwagen gefertigt, von denen keiner weniger als umgerechnet rund 700.000 Euro kostete.
GM-Europachef Carl-Peter Forster nannte den Käufer "eine fantastische Mischung aus Innovation, Unternehmergeist und Finanzkraft". GM wird Saab unter anderem für eine bestimmte Zeit mit Antriebstechnologien versorgen. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die nächste Generation des Saab-Modells 9-5 weiterhin am Produktionsstandort Trollhättan vom Band läuft. GM erlässt auch 75 Prozent der Saab-Schulden bei der bisherigen Konzernmutter von insgesamt neun Mrd. Kronen verzichtet.
Der bisherige Saab-Vorstandschef Jan Ake Jonsson meinte: "Durch diese Einigung bekommen wir die Möglichkeit, das Potenzial unseres Markennamens mit Hilfe neuer, spannender Autos mit ausgeprägt schwedischem Charakter maximal auszuschöpfen." Positiv äußerte sich auch der Saab-Betriebsratschef Paul Akerlund: "Eine gute Lösung. Finanziell stehen wirklich kräftige Muskel dahinter."
Neben dem norwegischen Unternehmer und Designer Bard Eker ist auch der US-Finanzier Augie K. Fabela beteiligt. Der Mitgründer des russischen Telekom-Konzerns Vimpelcom übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Christian von Koenigsegg, Mehrheitseigner bei dem nach seiner Familie benannten Unternehmen, soll 42,5 Prozent der Aktien im neuen Saab-Konsortium halten. Weitere Einzelheiten über den finanziellen Hintergrund des Konsortiums wurden nicht mitgeteilt.
In ersten Kommentaren von Branchenbeobachtern hieß es, dass Saab nun möglicherweise verstärkt auf exklusive Modelle und weniger auf möglichst hohe Absatzzahlen setzen wolle. Wie schon nach den ersten inoffiziellen Berichten über die Koenigsegg-Übernahme äußerten sich die meisten Kommentatoren betont skeptisch über die Erfolgsaussichten.
Gericht macht den Weg frei
Ein Gericht im südschwedischen Vanersborg genehmigte am Mittwoch das Vorhaben Saabs zur Abschreibung von 75 Prozent seiner Schulden im Volumen von 10 Milliarden Kronen (921 Millionen Euro). Zuvor hatte schon die Mehrheit von Saabs Gläubigern dem Plan zugestimmt. Den Großteil des Geldes schulden die Schweden dem mittlerweile insolventen US-Mutterkonzern GM. Auch Saab arbeitet seit Februar unter Gläubigerschutz.
Sehr exklusiv, sehr schnell
Koenigsegg hielt bis 2007 den offiziellen Geschwindigkeitsrekord für straßenzugelassene Serienfahrzeuge: Der CC8S erreichte auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im italienischen Nardò 290 km/h (der Bugatti Veyron hat sich nie einem offiziellen Test gestellt, galt aber ab 2005 als schnellster Serienwagen). Der CC8R hält angeblich auch den Rekord für die größte Geschwindigkeitsübertretung, die jemals verfolgt wurde. Ein Modell dieses Typs soll (laut Wikipedia) im Jahr 2003 während des Gumball-3000-Rennens in Texas mit 242 mph (ca. 389 km/h) in einer 75-mph-Zone (ca. 120 km/h) gemessen worden sein.
Aktuell hat Koenigsegg zwei Fahrzeuge im Programm, die über 400 km/h schaffen: den CCXR und den CCXR Edition mit 1.032 PS.
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