Unfreiwillig geknipst

Proteste gegen “Street View” in Großbritannien

Web
23.03.2009 12:48
Promis beim Verlassen eines Sex-Shops, Betrunkene beim Erbrechen und nackte Kinder beim Spielen: Seit Donnerstag vergangener Woche bietet Google seine Straßenansichten auch von London an – sehr zum Leidwesen vieler unfreiwillig abgelichteter Briten, die ihre Privatsphäre durch die "Street View"-Bilder verletzt sehen. Die Zahl der Beschwerden soll inzwischen in die Hunderte gehen.

Auch Tony Blair und dessen Gattin Cherie zählen zu den Opfern. Der einstige Premier kritisierte, dass die Kamera-Autos des Suchmaschinengiganten seinem Wohnhaus in West London zu nahe gekommen seien. Die Bilder wurden entfernt. Ebenfalls offline gegeben werden mussten die Aufnahmen nackter Kleinkinder, auf die der "Independent" am Sonntag aufmerksam gemacht hatte. 

Dem Bericht zufolge sei auf einem der Bilder das Gesicht eines Dreijährigen deutlich erkennbar gewesen. Ein britischer Datenschützer soll daher nun ermitteln, ob noch mehr Bilder von nackten Kindern mittels "Street View" auffindbar sind. Man werde die Sache sorgfältig untersuchen, so ein Sprecher des Information Commissioner's Office.

Google selbst beteuert und betont, dass in 99,9 Prozent aller Fälle Gesichter und Autokennzeichen durch Verzerrungen unkenntlich gemacht seien. Den Betroffenen und über "Street View" erkennbaren Personen hilft diese Aussage freilich wenig.

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