Face-Lifting

Facebook verändert sein Gesicht

Web
17.03.2009 14:18
"Woran denkst Du gerade?" will Facebook wissen. Das von 175 Millionen Menschen genutzte Kommunikationsportal, vor fünf Jahren zur Vernetzung der akademischen Community in den USA gegründet, hat sich ein neues Gesicht gegeben. Im Wettbewerb der "Social Networks" will man damit neue Akzente setzen.

Die Neugestaltung der bisherigen Statuszeile ist die auffälligste Neuerung, weil sie ganz oben auf der Startseite steht. Der Frage nach den Gedanken folgte am Montag die Aufforderung: "Schreib drauf los!" Neu ist auch das Tempo, mit der diese Statuszeile jetzt auf den Seiten aller anderen Facebook-Mitglieder im virtuellen Freundeskreis auftaucht. Bisher dauerte es meist zehn bis 15 Minuten, jetzt handelt es sich um den "Echtzeit-Nachrichtenfluss deiner Freunde und Bekannten", wie Facebook zu den Neuerungen erklärt.

Konkurrenz für Twitter?
Firmengründer Mark Zuckerberg schrieb dazu im Firmenblog: "Da immer mehr Informationen durch Facebook fließen, ist das Bedürfnis der Leute gewachsen, die neuesten und wichtigsten Inhalte auf einfache Weise zu finden." Viele sehen darin eine Übernahme der Twitter-Idee - bei dem Internetdienst erscheinen die Mitteilungen mit einer Länge von maximal 140 Zeilen ebenfalls sofort im Internet.

Ein großer Unterschied aber bleibt: Während der Strom von manchmal interessanten, oft aber belanglosen Twitter-Infos weltweit für alle sichtbar ist, sind die Facebook-Mitteilungen nur innerhalb der eigenen Community sichtbar - also unter den "Followern", wie die "Freunde" bei Twitter genannt werden.

Filter für virtuelle Bekanntschaften
Diese lassen sich bei Facebook jetzt filtern: Da mag sich jemand mit seinen Gedanken noch so sehr Mühe geben - wenn er von seinen "Freunden" ausgefiltert wurde, tauchen die Mitteilungen nicht mehr auf deren Startseite auf. Außerdem kann man mehrere Listen mit Freunden anlegen und dann schnell zu den Mitteilungen der unterschiedlichen Gruppen springen.

Facebook trägt damit der Entwicklung Rechnung, dass viele Nutzer Kontakte zu mehreren hundert Personen haben. Diese Sammlung muss nicht unbedingt ein Zeichen fürs Kommunikationstalent sein. Unter den Facebook-Gruppen finden sich etliche, in denen sich Mitglieder nur aus dem einzigen Grund eintragen lassen, andere zur Kontaktaufnahme zu bewegen.

Angriff auf MySpace
Eine weitere Neuerung richtet sich eher gegen Marktführer MySpace, dessen Netzwerk mit mehr als 260 Millionen Mitgliedern noch die Nase vorn hat, aber Marktforschern zufolge inzwischen weniger intensiv genutzt wird als Facebook. MySpace hat seinen Schwerpunkt bei Popmusik-Fans, und hier legt Facebook jetzt nach: Die Fan-Seiten wurden neu gestaltet und präsentieren sich jetzt auf die gleiche Weise wie die Profilseiten der Mitglieder mit ihrem Schwarzen Brett, auf dem in der Regel jeder eine Nachricht hinterlassen kann.

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