In Bregenz wurde ein 24-Jähriger am Samstag von der Cobra angeschossen und verletzt. Er hatte sich mit einem Hammer und einer Spielzeugpistole in seinem Zimmer verschanzt. Die von seiner Mutter alarmierten Beamten wussten nicht, dass die Waffe unecht war. Die Mutter hat nun das Vorgehen der Polizei scharf kritisiert.
Im Gespräch mit den „VN“ hat die Mutter des 24-Jährigen, den sie als „unglücklichen und autistischen, zarten Jungen“ beschreibt, im Detail dargelegt, was in jenen dramatischen Stunden passiert ist – und ihre Schilderungen werfen kein gutes Licht auf die Polizei. Demnach habe ihr autistischer Sohn bereits am Morgen getobt und mit einem Hammer gegen Wände und Türe geschlagen.
Derartige Ausraster seien in der Vergangenheit schon des Öfteren vorgekommen, in der Regel hätte er sich aber schnell wieder beruhigt. Weil sie ihm „ein Lehrstück“ erteilen wollte, habe sie schließlich gegen 8 Uhr die Polizei gerufen. Eines ist der Mutter in diesem Zusammenhang besonders wichtig zu betonen: „Mein Sohn hat mich nicht mit dem Tod bedroht.“ Bei Ankunft der Einsatzkräfte am Pfänderweg hatte sich der junge Mann in seinem Zimmer verbarrikadiert. Er hielt einen Hammer und eine Spielzeugpistole in den Händen – was die Beamten zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wussten.
Schüsse durch eine Glastür
Die Situation spitzte sich gegen 13.20 Uhr zu. Trotz der Aufforderung „Waffe runter!“ bewegte sich der Mann mit den Gegenständen auf die Polizisten zu, die vor der Glastür seines Zimmers standen. Daraufhin fielen mehrere Schüsse. Eine Kugel traf den Mann am Oberkörper und setzte ihn außer Gefecht, drei weitere schlugen in der Wand ein. Auch ein Polizist wurde durch die herumfliegenden Glassplitter verletzt. Der 24-Jährige kam ins Landeskrankenhaus Feldkirch, sein Zustand hat sich glücklicherweise schnell stabilisiert. Er ist inzwischen in Untersuchungshaft.
Kritik am Vorgehen der Polizei
Laut der Mutter habe die Familie die Polizei mehrmals darauf hingewiesen, dass die Waffe nicht echt sei. Zudem seien ihre Bitten, die Tochter als Vertrauensperson mit dem Sohn, der einen Sprachfehler hat und daher nur schwer zu verstehen ist, reden zu lassen, abgelehnt worden. „Als er mit ihnen sprach, verstanden sie ihn nicht“, so die Mutter. Sie glaubt, ihr Sohn sei durch seinen Autismus in einer Stresssituation gefangen gewesen, die ein Aufgeben unmöglich machte. Seit dem dramatischen Vorfall bohre in ihr vor allem eine Frage: „Wie können wir unserem autistischen Sohn nur helfen?“
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