"Dick aufgetragen"

Linux-Vater warnt vor Windows-7-Euphorie

Digital
28.01.2009 11:35
Das neue Windows 7 soll besser werden als alle Windows-Versionen vor ihm. Davon ist man zumindest bei Microsoft überzeugt. Einer, der nicht so recht an den Erfolg des kommenden Betriebssystems glauben will, ist Linux-Erfinder Linus Torvalds. Auf einer Linux-Konferenz in Australien äußerte er sich skeptisch über Windows 7 und warnte vor einer all zu großen Windows-7-Euphorie.

"Zu sagen, dass Windows 7 besser als Vista ist, scheint mir etwas dick aufgetragen", sagte Torvalds gegenüber der "Computerworld Australia". Seiner Meinung nach profitiere Windows 7 derzeit überwiegend vom schlechten Ruf des Vorgängers Vista: "Microsoft dürfte einen gewaltigen PR-Vorteil haben, da die Leute Windows 7 mit Vista vergleichen und daher glauben, das neue Betriebssystem sei gut." Torvalds zufolge habe Microsoft diese Art der PR schon bei Windows 95 angewendet, als der Softwarekonzern es mit Windows 3.1 verglich.

Kritik übte Torvalds auch an den seiner Meinung nach wie vor zu langen Entwicklungszyklen für Windows. Zwar habe Microsoft mit Windows 7 eine deutlich schnellere Gangart eingeschlagen als bei Windows Vista, der Linux-Vater empfiehlt der Softwareschmiede jedoch, künftig das Betriebssystem von den Anwendungen zu entkoppeln, um neue Releases im Jahres-Rhythmus auf den Markt bringen zu können.

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