Musikindustrie klagt

95 Prozent aller Musik-Downloads illegal

Web
16.01.2009 13:55
Eigentlich hätte die Musikindustrie allen Grund zur Freude: Die Einnahmen aus digitalen Verkäufen über Internetportale stiegen 2008 weltweit um 25 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar (2,83 Milliarden Euro). Nach wie vor können die Erlöse aus legalen Downloads laut John Kennedy, Präsident des internationalen Phonoverbands IFPI, aber nicht annähernd die Verluste durch Musikpiraterie ausgleichen. 95 Prozent der Musik-Downloads seien Kennedy zufolge illegal: "Eine sehr deprimierende Zahl!"

In Deutschland wurden 37,4 Millionen Singles (plus 22 Prozent) und 4,4 Millionen Alben (plus 57 Prozent) aus den Netz heruntergeladen. Den weltweit 1,4 Milliarden legalen Downloads stünden geschätzte 40 Milliarden Musik-Dateien gegenüber, die illegal genutzt worden seien, teilten die Interessenvertreter der Musikindustrie mit.

Im vergangenen Jahr habe der Verband drei Millionen betrügerische Web-Links aus dem Netz entfernen lassen (2007: 500.000) und damit schätzungsweise mehrere hundert Millionen illegaler Downloads verhindert. Ein spezielles Problem der Musikpiraterie seien illegale Veröffentlichung von Songs oder Alben im Internet, bevor die Tonträger überhaupt offiziell auf den Markt kommen.

Labels wittern neue Chance
Die großen Plattenfirmen wittern dennoch eine neue Chance: "Der Markt wird immer unübersichtlicher", sagte der Europachef des Major-Labels Warner, John Reid. "Es gibt Millionen von Künstlern auf MySpace und zig Millionen Lieder. Die Chance, deine Musik der Community vorzustellen, wird mehr und mehr schwierig. Hier können wir unsere Rolle verstärken." Es müssten neue Geschäftsfelder erschlossen werden, um das veränderte Verhalten der Verbraucher zu reflektieren.

Größter Online-Musikmarkt der Welt sind die USA: 2008 wurde erstmals die Milliardengrenze für digitale Musikverkäufe überschritten. Die 1,1 Milliarden Dollar Einnahmen bedeuteten gegenüber 2007 eine Zunahme von 27 Prozent. In Großbritannien stieg der Download-Umsatz in der ersten Hälfte 2008 sogar um 45 Prozent an. In den USA gaben Kunden im Durchschnitt 12,50 Dollar für digitale Musik aus, in Großbritannien 7,80 und in Spanien nur 0,60 Dollar.

Während der digitale Musikhandel langsamer wächst, brechen die CD-Umsätze weiter weg. IFP-Präsident Kennedy erwartet für 2008 einen weltweiten Rückgang des gesamten Musikhandels um sieben Prozent.

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