Die Liste liest sich dabei wie eine Anleitung für eine Kfz-Prüfstelle: Links und rechts fehlten die Blinker, der Scheinwerfer vorne, das Rücklicht und der Luftfilter waren nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Der vordere Kotflügel war abmontiert, es gab keinen Tachometer, keine Fernlicht-Kontrolllampe und auch keinen rechten Rückspiegel. Der linke Rückspiegel war zu klein, um für den Straßenverkehr zugelassen zu werden, hinten fehlte ein roter Reflektor.
Laut Polizei wurde die Lenkstange des Motorrads wahrscheinlich abgesägt, der Lenker war keine 40 Zentimeter mehr breit. Ein sicheres Fahren sei so nicht mehr möglich gewesen. Zugleich verlor die Harley so viel Motoröl, dass die Lauffläche des Hinterreifens bereits völlig verölt war. Die Auspuffanlage dürfte in Eigenbau hergestellt worden sein und produzierte erheblichen Lärm, Bremshebel und Kupplungshebel waren spitz und scharfkantig zulaufend geschliffen und hätten ein massives Risiko bei einem Unfall dargestellt.
Nahezu unwichtig erscheint da im Vergleich ein weiterer Mangel: Das sogenannte Unterscheidungskennzeichen "F" für Frankreich fehlte.
Dem Motorradlenker wurden Kennzeichen und Zulassungsschein abgenommen und die Weiterfahrt untersagt. Eine Sicherheitsleistung konnte nicht eingehoben werden: Der Franzose hatte kein Geld bei sich. Allerdings organisierte der Mann sofort einen Transporter, um seine Maschine zurück in die Heimat zu verfrachten. Der 38-jährige Harley-Bastler wurde angezeigt, im Zuge des Rechtshilfeabkommens mit Frankreich läuft ein Strafverfahren.
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