Scheinheilig

Google rät Nutzern zum Schutz der Privatsphäre

Web
30.04.2008 12:53
Mit dem Verkauf von maßgeschneiderten Anzeigen, für die die Nutzungsdaten der eigenen Suchmaschine inklusive Cookies und IP-Adressen ausgewertet werden, hat sich Google zum führenden Suchmaschinenbetreiber hochgearbeitet. Mit Projekten wie "Google Earth" oder neuerdings auch "Street View", bei denen nahezu die ganze Erde abfotografiert und kartographiert wird, setzte das kalifornische Unternehmen seinen Siegeszug fort. Künftig will man mit der Plattform "Google Health" sogar Gesundheitsdaten speichern. Dass ausgerechnet dieses Google nun seine Nutzer dazu auffordert, verstärkt die eigene Privatsphäre zu schützen, mutet da etwas befremdlich an.

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärte Googles Datenschutzbeauftragter Peter Fleischer, dass Menschen besser lernen müssten, "ihre Privatsphäre in der digitalen Welt zu managen". Vor allem sollten sie "von vornherein die Datenschutz-Einstellungen nutzen, denn dafür wurden sie gemacht".

Aussagen, die befremdlich wirken, zumal das Unternehmen wegen angeblich fahrlässigen Umgangs mit Nutzer-Daten in der Vergangenheit bereits des Öfteren in die Kritik geraten war. Fleischer betonte jedoch, dass keinerlei Daten verkauft würden und sich das Unternehmen "exakt nach den europäischen Datenschutzrichtlinien" richte.

Google kenne seine mehr als 500 Millionen Nutzer nicht und wolle sie auch nicht kennen, betonte der Datenschutzbeauftragte. "Unsere Nutzer haben bei personalisierten Diensten die darin festgelegten Datenschutzrichtlinien: nämlich Zugang zu dem, was wir gespeichert haben, Korrektur ihrer persönlichen Daten und deren Löschung", so Fleischer im Interview weiter. 

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