09.01.2008 14:43 |

TV von morgen

Die Zukunft des Fernsehens

Dass Fernseher immer größer, dabei aber zunehmend schlanker werden, hat die CES in Las Vegas auch heuer gezeigt. Doch fernab von "Größenwahn" und gestochen scharfen Bildern arbeiten die Hersteller schon längst an anderen Konzepten und Techniken, um das Thema Fernsehen auch in Zukunft für den Konsumenten besonders schmackhaft zu machen.

Sony etwa setzt bei der diesjährigen CES auf Bildschirme mit Organischen Lichtemittierenden Dioden (OLED), die mit 2,5 Zentimetern sehr dünn gehalten werden können und ein "perfektes Schwarz" für hohe Kontrastwerte ermöglichen. Die Technik hat allerdings noch ihren Preis: Ein auf der Messe ausgestellter Screen mit einer Diagonale von lediglich elf Zoll kostet derzeit etwa 1.700 Dollar (1.150 Euro).

Die DLP-Technik (Digital Light Processing) von Texas Instruments nutzt hingegen LED-Hintergrundleuchten (Backlights) sowie winzige Spiegel auf einem Chip, um ein besonders helles Fernsehbild zu ermöglichen. Ein auf der CES vorgestelltes Gerät hat eine Bildwiederholfrequenz von 240 Hertz, was laut Hersteller besonders für schnelle Sportarten und Action-Filme sowie Gaming geeignet ist.

Verschmelzung von TV und Computer
Samsung setzt einmal mehr auf die Verbindung von TV-Gerät und Computer. Die auf der CES gezeigten LCD- und Plasma-Modelle mit Ethernet-Anschluss können als Bild im Bild aktuelle Nachrichten, Wetterinformationen oder Börsenkurse anzeigen. Außerdem haben die Fernseher einen Speicherbaustein mit fertigem Content: Bilder für einen Bildschirmschoner, Fitness-Programme, Rezepte und einfache Spiele wie Sudoko. Der Inhalt des Flash-Speichers kann über Internet-Downloads aktualisiert werden.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch der Elektronikkonzern Matsushita (unter anderem Panasonic), der gemeinsam mit Google Internet und Fernsehen miteinander verschmelzen möchte. Im Frühjahr sollen daher Internet-fähige Fernseher auf den US-Markt kommen, die dem Nutzer den Zugriff auf Internet-Videoplattformen vom Fernseher aus ermöglichen. Auf Googles Internetseiten YouTube oder Picasa könnten die Fernsehzuschauer dann Videos und Fotoalben betrachten.

Um Verschmelzung geht es auch bei JVC: Der Konzern will im März einen LCD-Fernseher mit Anschluss für den iPod einführen. Der iPod kann mit der Fernbedienung gesteuert werden, um Videos und Fotos anzuzeigen oder Musik abzuspielen. Bei Musik-Playlisten werden auch die dazu gespeicherten Informationen auf dem Bildschirm gezeigt.

TV-Empfänger für mobile Geräte
Einen neuartigen TV-Empfänger für die Erweiterung von mobilen Geräten stellen LG Electronics und die Firma Harris vor. Der "Mobile Pedestrian Handheld" (MPH) kann in Handys, Media-Player, Navigationsgeräte oder auch in Notebooks integriert werden. Nach Feldversuchen in Chicago und Washington soll die Technik in diesem Jahr weiter getestet und voraussichtlich 2009 zur Marktreife gebracht werden.

Im Unterschied zu anderen Techniken für das mobile Fernsehen mit einem starken Einfluss der Mobilfunkanbieter könnten beim MPH die Fernsehsender ihre Inhalte wieder selbst in die Hand nehmen, erklärte Harris-Vorstandschef Howard Lance.

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