Nach mehr als vier Jahren in russischer Haft ist der US-Amerikaner Robert Gilman nach Angaben von Präsident Donald Trump freigelassen worden. „Nach meinen Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin hat Russland seiner Freilassung aus humanitären Gründen zugestimmt“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er betonte, dass es keinen Gefangenenaustausch gebe und Moskau keine Gegenleistung verlangt habe. Gilman dürfte zuletzt gesundheitliche Probleme gehabt haben.
Der frühere US-Soldat Gilman saß seit 2022 in russischer Haft. Trump telefonierte nach eigenen Angaben mit Gilman, der sich für seine Rückkehr in die Vereinigten Staaten „einen guten Cheeseburger“ gewünscht habe. Gilman soll demnach noch am Dienstagabend (Ortszeit) auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe Washington landen. Ein US-Vertreter erklärte, er sei den Umständen entsprechend in guter Verfassung.
Zuletzt offenbar in die Psychiatrie verlegt
Gilmans Familie und US-Vertreter hatten sich besorgt über seinen Gesundheitszustand geäußert. Demnach war er zuletzt aus einem Gefängniskrankenhaus in die Psychiatrie einer zivilen Klinik verlegt worden. Nach seiner Landung nahe Washington soll Gilman zur medizinischen Behandlung in ein Rehabilitationszentrum im Bundesstaat Texas gebracht werden. Er war einer von mindestens zehn US-Bürgern, von denen bekannt ist, dass sie in Russland inhaftiert sind.
US-Außenminister Marco Rubio sprach von einem „positiven Schritt“ und dankte Russland. Moskau habe in den Verhandlungen gut mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zusammengearbeitet. Gilman könne nun „hier in den Vereinigten Staaten die notwendige medizinische Behandlung erhalten“, fügte Rubio hinzu.
Haft wegen Gewalt gegen Polizeibeamten
Gilman war im Oktober 2022 in der südwestrussischen Stadt Woronesch wegen Gewalt gegen einen Polizeibeamten zu zunächst viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Strafe wurde während der Haft wegen Gewalt gegen Gefängnismitarbeiter zweimal verlängert. Nach dem letzten Urteil im Dezember 2025 belief sich seine Gesamtstrafe auf zehn Jahre. Unterstützer des Verurteilten erklärten, ihm seien „unter Zwang Drogen“ verabreicht worden und er sei im Gefängnis „Folter“ ausgesetzt worden. Laut dem US-Außenministerium wurde Gilman unlängst als „unrechtmäßig festgehalten“ eingestuft.
Mysteriöse Vorgeschichte
Gilman hat nach Angaben der gemeinnützigen Foley Foundation beim Marinekorps der Vereinigten Staaten (US Marine Corps) gedient und erkrankte während einer Zugreise durch Russland. Statt medizinische Hilfe zu bekommen, sei er auf eine Polizeiwache gebracht worden. Dort sei er dann mit mehreren Anklagen konfrontiert worden.
Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass war er damals wegen Trunkenheit und aggressiven Verhaltens am Bahnhof Woronesch festgenommen worden und habe auf der Wache einen Mitarbeiter geschlagen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.