Die Zahlen von Alexa werden von Usern erhoben, die sich die Toolbar des Unternehmens installiert haben. Außerdem gleicht man die Daten mit Suchmaschinenanfragen ab. Die Statistik ist somit nicht exakt, dennoch lassen sich Trends zuverlässig ablesen. Der neueste Trend geht demnach in Richtung „Mitmach-Porno-Website“. Auf dem Portal Y*****n (besagter Platz 20 im Alexa-Ranking für Österreich) können User seit ein paar Monaten ihre eigenen Schmuddelfilme ohne Zensur oder dergleichen veröffentlichen.
Die Website erfährt dadurch momentan einen Boom. Ähnlich wie auf fast allen normalen Videoportalen soll es auch bei Y*****n einen beträchtlichen Prozentsatz an urheberrechtlich geschütztem Material geben. Der Anteil der Website am weltweiten Traffic stieg in den letzten drei Monaten von einem auf fast 1,5 Prozent. In Deutschland nimmt das Portal derzeit Platz 16 der im letzten Monat am meisten angesurften Websites ein. Auf den Philippinen ist die Site gar auf Platz elf, im Ranking für Italien kommt sie auf Platz 18.
Jugendschutz wird ignoriert
Die Farce an den stetig expandierenden Angeboten: Die immensen Reichweiten und Werbeeinnahmen kommen allein durch das Ignorieren gesetzlicher Auflagen zustande und durch dubiose wie penetrante Werbeformen. Es gibt keine Altersverifikation, keine Maßnahmen zum Jugendschutz und es werden massig Urheberrechte verletzt. Die Gefahr, sich Malware durch die Websites einzufangen, ist ebenfalls groß. Ständig kommen neue Porno-Plattformen hinzu, die den Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Anbietern weiter verschärfen und dafür sorgen, dass die Betreiber zu immer dubioseren Werbeformen greifen, deren Inhalte dem von Spam-Mails gleichen.
Vor kurzem hat das Portal die gesamte Menüführung per Auto-Translator auch noch ins Deutsche übersetzt. Nur der englischsprachige .com-Domain-Name und das vage Impressum verraten, dass die Betreiber von Y*****n in den USA beheimatet sind. Hierzulande müssten Betreiber von Online-Angeboten aber eigentlich strenge Auflagen einhalten. Vor allem bei der Altersüberprüfung sind Systeme einzusetzen, bei denen sich der User einem Dokumenten-Check stellt und erst dann mit einer ID in ein Portal gelangt. In Amerika, Spanien und Großbritannien genügt es aber, dass Nutzer nur die Versicherung abgeben, volljährig zu sein.
Größter Pornoproduzent klagt - 4,5 Millionen Dollar Streitwert
Als Reaktion auf die steigenden Umsätze der Pornoportale zeichnet sich jetzt eine Klagewelle der Produzenten ab. Das größte US-Filmstudio Vivid Entertainment hat eine Klage gegen das Portal Porno***e wegen Verstoßes gegen die Vorschriften zum Schutz minderjähriger und zahlreichen Urheberrechtsverletzungen eingereicht. Zwar definiert sich das Portal als User-Content-Website - wie bei YouTube & Co. laden die Benutzer aber vornehmlich urherberrechtlich geschütztes Material hoch.
Die Pornobranche stand dem bisher tolerant gegenüber und betrachtete die Filmschnipsel als Gratiswerbung. Vivid will nun wegen des "erheblichen Schadens" eine entsprechende Entschädigung. Dem Unternehmen zufolge beläuft sich die Summe auf 4,5 Millione Dollar. In Sachen Jugendschutz wird Porno***e vorgeworfen, man würde bzw. könne nicht kontrollieren, ob die Akteure in den Homepornos tatsächlich erwachsen sind. In den USA muss es vor jedem Porno-Film eine Einblendung geben, die garantiert, dass alle Darsteller volljährig sind und die auch die Adresse des Rechteinhabers enthält.
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