18.06.2003 14:42 |

Brutal

Computer-Zerstörung als Strafe?

Nach Osama bin Laden und Saddam Hussein haben amerikanische Politiker ein neues Feindbild entdeckt: Nutzer von File-Sharing-Software sind die neue Verkörperung des Bösen. Ein Senator will sogar ihre PCs zerstören lassen. Aber das geht sogar der Musikindustrie zu weit.
Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des US-Senats,Orrin Hatch, aus dem Bundesstaat Utah sagte, er würde Technologienbegrüßen, mit denen die Computer von Nutzern illegalerTauschbörsen "zerstört" werden könnten. "Vielleichtist das der einzige Weg, um einigen Leuten die Bedeutung des Copyrightsbeizubringen." Er forderte daher eine Novelle im Anti-Hack-Gesetz,die es Copyright-Inhabern erlauben solle, einen Tauschbörsennutzerzwei Mal zu verwarnen und anschließend "seinen Computerzu zerstören". Der Politiker handelt jedoch nicht (nur) imInteresse der Musikindustrie sondern hat persönliche Gründefür das brutale Vorgehen gegen Urheberrechts-Verletzer: Erschon fünf Platten mit Country-Musik aufgenommen und verdientsich damit ein zubrot. Der Vorstoß des Senators geht jedochsogar der Musikindustrie - sonst nicht gerade zimperlich - etwaszu weit. Man spreche sich nur für strengere Gesetze gegenCopyright-Verletzungen aus, nicht jedoch für eine ferngesteuertePC-Zerstörung, ließ die RIAA verlauten.
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