Giftiger Eindringling

Griechenland zahlt jetzt Fangprämie für Kugelfisch

Ausland
29.06.2026 11:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch macht Fischern in Griechenland das Leben schwer und bringt das Ökosystem durcheinander. Jetzt haben die Behörden eine Fangprämie für den Eindringling aus Asien ausgesetzt.

Vorerst sollen Berufsfischer, die in den Gebieten um Kreta und in der südlichen Ägäis die invasive Fischart fangen, im Rahmen eines Pilotprogramms 5,33 Euro pro Kilo erhalten, berichtet der Sender Skai. Fischerei-Verbände begrüßen das, denn der giftige Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) macht der Zunft seit Jahren das Leben schwer. Denn er frisst nicht nur Fischernetze leer, sondern zerbeißt sie mit seinen äußerst scharfen Zähnen auch. Zudem berichten Petrijünger immer wieder von heftigen Bisswunden, die sie beim Säubern der Netze erlitten.

Eindringling vermehrt sich stark
Ursprünglich stammt die Art aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Über den Suezkanal wanderte der Fisch ins Mittelmeer ein, wo er erstmals 2003 nachgewiesen wurde. Welche Auswirkung die Invasion des Hasenkopfs auf die Biodiversität hat, ist bisher kaum erforscht. Laut dem Griechischen Zentrum für Meeresforschung (HCMR) deuten wissenschaftliche Modelle darauf hin, dass sie negative Folgen hat: Denn die Art sei anpassungsfähig und es gebe wenige natürliche Fressfeinde. Dadurch vermehrt sich der Hasenkopf-Kugelfisch stark und verdrängt einheimische Arten.

Ein Badegast gebissen
Der Hasenkopf enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Erhitzen beim Kochen nicht zerstört wird. Laut HCMR gibt es einen Fall von fünf ausländischen Matrosen, die den Fisch geangelt und verzehrt hatten und sich dadurch vergifteten, aber nicht daran starben. Zudem sei nur ein einziger Vorfall aus dem Jahr 2022 bekannt, bei dem ein Badegast gebissen wurde. Die Experten geben deshalb für Badende Entwarnung, das griechische Rote Kreuz sieht das allerdings anders.

In türkischen Gewässern ist der Fisch schon vor Jahren zum Problem geworden. Dort gibt es bereits eine Fangprämie, der Erfolg bescheinigt wird. So wurden laut türkischem Landwirtschafts- und Forstministerium im vergangenen Jahr rund 290.000 Hasenköpfe gefangen. Dies habe Schätzungen zufolge 22 Millionen neue Individuen verhindert.

Der Hasenkopf-Kugelfisch wird rund 40 Zentimeter lang und neun Kilo schwer.
Der Hasenkopf-Kugelfisch wird rund 40 Zentimeter lang und neun Kilo schwer.(Bild: AFP/ANGELOS TZORTZINIS)

Gekommen, um zu bleiben
Der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas, gibt sich zurückhaltend. „Unser Ziel ist es, Anreize zu schaffen, aber ehrlich gesagt werden wir keine spektakulären Veränderungen sehen“, sagte er gegenüber griechischen Medien. Ausrottung sei nicht möglich, es gehe vielmehr um die Begrenzung der Population vor allem während der Laichzeit und um die Unterstützung der Berufsfischer, denen das Tier die Netze leerfrisst. Ansonsten, so bilanziert Schinas, sei der Hasenkopf-Kugelfisch leider gekommen, um zu bleiben.

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