Der russische Machthaber Wladimir Putin hat einen neuen Vorschlag aus der Ukraine abgelehnt. Dabei geht es um den gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe. Russland halte lieber an seinen Zielen fest, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin.
Er wertet den Vorstoß als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der Frontlinie zu reduzieren, da diese einen „katastrophalen Personalmangel“ hätten. Eine Rettung der Regierung in Kiew gehöre nicht zu den russischen Plänen, sagte der Machthaber weiter. Eine Stellungnahme der ukrainischen Regierung zu dem Vorschlag lag zunächst nicht vor. Wie berichtet, hatte Putin erst am Sonntag Probleme eingestanden. Es sei offensichtlich, dass Angriffe auf die kritische Infrastruktur allgemein und insbesondere auf die Energieinfrastruktur Probleme verursachen. Man beobachte einen gewissen Mangel, aber keinen kritischen, sagte Putin.
Das ukrainische Militär hat seine Angriffe in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet und zielt dabei vor allem auf die russische Ölindustrie. Das hat zunächst auf der seit 2014 besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu Versorgungsproblemen geführt, betrifft aber inzwischen auch einen Großteil der russischen Regionen.
Trotz Rückschlägen siegessicher
Trotz dieser Rückschläge gibt sich Putin weiter siegessicher. Die russische Armee meldete, eine weitere Ortschaft im Osten der Ukraine eingenommen zu haben. Parallel zu den ukrainischen Erfolgen im russischen Hinterland geraten die Verteidigungslinien an der Front im Donbass zunehmend unter Druck. Das russische Militär rückt derzeit langsam auf Kostjantyniwka vor, eine wichtige Bastion im östlichen Festungsgürtel. Streitkräfte versuchen, in die Randgebiete einzudringen, wie auch der Kriegsgegner bestätigte. Damit könnten Nahkämpfe folgen.
Die Einnahme würde als Ausgangspunkt dienen, um entlang des Festungsgürtels in den Norden vorzurücken. Jeder weitere Vormarsch dürfte jedoch langwierig und verlustreich werden. Aktuell hält die Ukraine noch ungefähr ein Fünftel der Region. In der Stadt wohnen etwa 2000 Menschen. Entlang der übrigen 1200 Kilometer langen Frontlinie sind die russischen Geländegewinne zuletzt ins Stocken geraten.
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