Neue Angriffe

Syrer bewarfen Israels Soldaten mit Steinen

Außenpolitik
29.06.2026 11:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Israels Armee hat wieder Ziele im Süden Syriens angegriffen. Als mehrere Militärfahrzeuge in den Ort Abdin einfuhren, hätten Bewohnerinnen und Bewohner Straßen blockiert und Steine geworfen, berichtete die syrische Nachrichtenagentur SANA.

Daraufhin habe die israelische Armee das Gebiet beschossen und mehrere Familien seien geflohen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein Anwohner sagte, die Streitkräfte hätten einen Kontrollpunkt am Ortseingang errichtet und die Menschen teils durchsucht. Er bestätigte den folgenden Protest der Bevölkerung. Die Streitkräfte seien am späten Abend abgezogen, anschließend sei der Ort dann angegriffen worden. Einige Familien seien in Panik geflohen. Inzwischen habe sich die Lage wieder beruhigt, sagte der Syrer.

Das israelische Militär teilte am Sonntag mit, „mehrere bewaffnete Terroristen“ im südlichen Syrien getötet zu haben. Die Armee werde dort weiter im Einsatz bleiben, um jegliche Bedrohung für israelische Zivilpersonen und Streitkräfte zu beseitigen. Zu den Vorfällen in Abdin äußerte sich Israel zunächst nicht.

Bewegungsfreiheit der Bevölkerung eingeschränkt
Die Gegend sei „ständig Ziel von Angriffen“ Israels, darunter mit Artillerie, Mörsern und Maschinengewehren, berichtete die Staatsagentur SANA. Israelis würden in der Provinz Daraa auch militärische Kontrollpunkte errichten, Häuser durchsuchen und Anrainerinnen sowie Anrainer befragen. Diese würden in ihrer Bewegungsfreiheit und Arbeit in der Landwirtschaft eingeschränkt.

In Syrien war Ende 2024 der langjährige Machthaber Bashar al-Assad gestürzt worden. Seitdem hat Israels Armee die Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet. Israels Regierung hatte ein Deeskalationsabkommen beider Länder von 1974 nach dem Sturz Assads für nichtig erklärt und nach dem Umbruch in Syrien auch Hunderte Ziele im Nachbarland bombardiert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu begründet die Angriffe unter anderem mit dem Schutz der religiösen Minderheit der Drusinnen und Drusen, die als Verbündete seines Landes gelten. Syriens Regierung spricht von einer völkerrechtswidrigen Besetzung.

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