Entwicklungshilfe

UNO verteilt Handys in der Dritten Welt

Elektronik
12.09.2007 15:41
Im Rahmen des "Millennium Villages Project" stattet die UNO 79 Dörfer in zehn verschiedenen afrikanischen Staaten mit Mobiltelefonen aus. Von der Aktion versprechen sich die Vereinten Nationen eine Verbesserung in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung und Wirtschaft.

"Es geht hier nicht darum, Handys zu verteilen, sondern technische Infrastruktur bereitzustellen, die vorrangig die lokale wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung fördern soll", erklärt Michael Obrovsky vom Österreichischen Forschungsinstitut für Internationale Entwicklung. Davon profitiere indirekt auch die Wirtschaft der Geberländer.

Handys lassen BIP wachsen
Eine Studie aus dem Jahr 2005 belegt, dass bereits ein Anstieg von zehn Handys pro 100 Personen ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 0,6 Prozent bewirken kann. Das treffe vor allem auf abgelegene Gebiete zu, in denen die Möglichkeit zu kommunizieren lebenswichtig sei.

Mobilfunktechnologie zur Verbesserung der Infrastruktur
Der Plan der Verbreitung von Mobilfunktechnologie in Entwicklungsregionen ist Teil des "UN Millennium Villages Programme". Es handelt sich vornehmlich um Gebiete, in denen chronischer Hunger herrscht und der Zugang zu medizinischer Versorgung unzureichend ist. Die Initiative startete bereits 2004 - inzwischen sind Siedlungen in zehn Ländern wie Mali, Uganda, Senegal und Äthiopien versorgt.

Vor allem im Bereich der medizinischen Versorgung besteht Handlungsbedarf: Die Einrichtung von Notrufnummern soll die Situation weiter verbessert werden. Auch für die lokale Wirtschaft sei die Technologie von entscheidender Bedeutung. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Afrikaner unternehmerisch tätig werden, wenn eine Technologie zur Verfügung steht.

Ericsson finanziert Solar-Akkus und Handy-Netze
Da in den entsprechenden Regionen kein elektrischer Strom zur Verfügung steht, werden auf Solarenergie basierende Ladegeräte zur Verfügung gestellt. Für die Finanzierung der Technologie zeichnet Handykonzern Ericsson verantwortlich. In den meisten Ländern wurden 2G-Netzwerke errichtet, nur in wenigen Gebieten wurden die Voraussetzungen für mobiles Breitbandinternet geschaffen. "Telefonieren in Entwicklungsländern ist weiterhin die Killerapplikation", sagt Ericsson-CEO Henric Svanberg. Datendienste würden noch lange brauchen, um aufzuholen. (pte)

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