04.07.2007 15:56 |

Mehr Phishing

Organisierte Kriminalität im Internet nimmt zu

Statt einzelner Hacker operieren im Internet immer häufiger organisierte Tätergruppen. Die Kriminalität im Netz wird professioneller und hat vorwiegend wirtschaftlichen Hintergrund, geht aus dem am Mittwoch präsentierten Cybercrimereport 2006 des Bundeskriminalamts (BK) hervor. In Österreich haben Phishing-Attacken im Vergleich zu 2005 zugenommen. Anzeigen wegen Kinderpornografie gingen zurück.

Durch die Anonymität des World-Wide-Web sinken die Hemmschwelle und das Unrechtsbewusstsein, erklärte der Chef der Cybercrime-Einheit im BK. Täter seien längst nicht mehr davon angetrieben, Sicherheitslücken im Internet aufzudecken. Durch das Ausspionieren und den Missbrauch sensibler Daten lasse sich viel Geld verdienen. Das Spektrum reiche vom einfachen Betrug über Erpressung bis hin zu terroristischen Aktivitäten.

Der stärkste Zuwachs bei Anzeigen von 2005 auf 2006 war hier zu Lande im Bereich des "betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs" zu finden: Phishing-Attacken und ähnliche Delikte stiegen von 94 angezeigten Fällen im Jahr 2005 auf 261 im vergangenen Jahr. Einen 50 -prozentigen Rückgang verzeichnete das BK hingegen bei der "Datenbeschädigung", dem Vernichten von Daten etwa durch Viren.

Anzeigen wegen Kinderpornografie gingen um etwa ein Drittel zurück: von 342 auf auf 240 gemeldete Delikte. Allerdings wurde heuer (Jänner bis Mai) bereits der Level des Vorjahres überholt. Auch die Meldestelle für Kinderpornografie verzeichnet seit 1997 explosionsartige Zuwächse bei Hinweisen: Gingen damals noch rund 400 pro Jahr ein, so waren es im Jahr 2006 mehr als 4.000.

Internetkriminelle haben auch wieder einen neuen Trick auf Lager: Über professionell wirkende E-Mails werden User als so genannte Finanzmanager angeworben, die für betrügerische Organisationen Geldüberweisungen vornehmen sollen, so das BK.

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