Derzeit kostet bei iTunes jeder Titel - bis auf den kopierschutzfreien Musikkatalog von EMI - 99 Cent. Generell passt den Musikkonzernen nicht, dass über iTunes gekaufte Musiktitel nur auf dem iPod, nicht aber auf anderen MP3-Playern, abspielbar sind.
Sollte iTunes auf Universals Forderung nicht eingehen, riskiert das Plattenlabel wichtige Einnahmen. Der Verkauf digitaler Musik über diverse Musikplattformen im Internet machte bei Universal im ersten Quartal dieses Jahres 15 Prozent der gesamten Einnahmen aus und brachte über 200 Millionen Dollar ein. iTunes würde aber im Gegenzug einen bedeutsamen Musikherausgeber verlieren, bei dem Eminem, 50 Cent, Sting und U2 unter Vertrag stehen. Jedes dritte Release, das in den USA herauskommt, stammt von Universal.
Branchenbeobachter warnen davor, Jobs herauszufordern. „Wenn die Kunden iPod-Fans sind, gegen wen richtet sich dieser Schritt“, fragt etwa der Anwalt Ken Hertz, der Musiker wie Beyoncé Knowles und die Black Eyed Peas vertritt. Mit 100 Millionen verkauften iPods hat es iTunes zu den Marktführern am Markt für digitale Musik geschafft und beansprucht 76 Prozent der Anteile für sich. Kürzlich überholte Apple Amazon und rangiert laut Angaben der Marktforscher bei NPD nun hinter Wal-mart und Best Buy als drittgrößter Musikhändler in den USA.
Andere wiederum befürworten Universals Schritt. Sie sind der Ansicht, eine härtere Gangart gegenüber Apple sei nötig, um die Machtverhältnisse neu zu verteilen und Steve Jobs Kontrolle über die Preise zu schmälern. Außerdem hegt die Musikindustrie den Verdacht, dass ein Großteil der auf den iPods abgespeicherten Musik von illegalen Downloads stammt. (pte)
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