Microsoft hatte das Recht auf Nutzung der Technologie wie viele andere Unternehmen vom deutschen Fraunhofer-Institut erworben. Ein US-Gericht gab am Donnerstag jedoch dem Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent recht, der seine Patente verletzt sah und verurteilte Microsoft zur Zahlung des gewaltigen Betrags von umgerechnet rund 1,16 Milliarden Euro. Microsoft betrachtet das Urteil als ungerechtfertigt und wird möglicherweise in Berufung gehen.
Das Urteil öffne Alcatel-Lucent die Möglichkeit, gegen hunderte andere Unternehmen vorzugehen, die Lizenzen zur Nutzung der MP3-Technologie bei Fraunhofer erworben hätten, warnte der Windows-Hersteller. "Sollte diese Gerichtsentscheidung bestätigt werden, würde das Alcatel-Lucent den Weg bereiten, gegen eine große Zahl von Unternehmen gerichtlich vorzugehen, die diese Patente unrechtmäßig nutzen", hieß es von Analysten. Sollten Firmen nun auch an Alcatel Lucent zahlen müssen, wird der Musikgenuss teurer.
Alcatel-Lucent wirft dem weltgrößten Softwarekonzern vor, zwei seiner Patente am MP3-Format im Windows Media Player ohne Erlaubnis zu nutzen. "Wir glauben, dass dieses Urteil auf der Basis des Gesetzes und der Fakten komplett unbegründet ist", teilte Microsoft in einer offiziellen Stellungnahme mit.
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