Di, 18. September 2018

ID-Karte

07.09.2017 08:13

Estland: "E-Voting" trotz Sicherheitsrisiko

Trotz eines möglichen Sicherheitsrisikos bei der elektronischen ID-Karte sollen die Wähler bei den Kommunalwahlen im Oktober in Estland ihr Votum auch wieder per Klick im Internet abgeben können. Nach Einschätzung der Wahlkommission sei das Risiko nicht so gravierend, um den Bürger des baltischen EU-Staates die Möglichkeit des "E-Voting" vorzuenthalten. "Die elektronische Abstimmung wird in Übereinstimmung mit dem Gesetz stattfinden", sagte Kommissionsleiter Meelis Eerik einem Rundfunkbericht zufolge am Mittwoch in Tallinn.

Estland hatte am Dienstag ein mögliches Sicherheitsrisiko beim elektronischen Personalausweis einräumen müsse. Betroffen davon sind nach offiziellen Angaben rund 750.000 ID-Karten. Bei ihnen könne der öffentliche Schlüssel der digitalen Identität "theoretisch" auch ohne die Karte und den PIN-Code ermittelt werden. Um den dazugehörigen geheimen Schlüssel zu errechnen, seien aber eine riesige Rechenkapazität und ein spezielles Programm notwendig.

Nahezu alle der gut 1,3 Millionen Esten besitzen eine elektronische ID-Karte mit einem speziellen Datenchip, die als Personalausweis dient und im Internet die Feststellung der Identität ermöglicht. Damit können online Rechtsgeschäfte abgewickelt und auch digitale Unterschriften geleistet werden.

Seit 2005 kann in Estland mittels der ID-Karte auch online abgestimmt werden. Dazu identifiziert sich der Wähler auf der Website der Wahlbehörde per PIN-Code, stimmt ab und verifiziert die Wahl mit einem zweiten Code. Bei den letzten Parlamentswahlen 2015 setzten rund ein Fünftel aller Wahlberechtigten ihr Kreuz daheim am Computer.

 krone.at
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