Di, 21. August 2018

Gefahr aus Russland?

21.08.2017 15:33

FBI warnt US-Unternehmen vor Kaspersky-Software

Der Zwist zwischen der US-Regierung und dem IT-Sicherheitskonzern Kaspersky verschärft sich. Nachdem das Unternehmen als "Gefahr für die nationale Sicherheit" klassifiziert wurde und US-Behörden ihre Verträge mit der russischen Firma gekündigt haben, ruft die Bundespolizei FBI nun auch die US-amerikanische Privatwirtschaft auf, keine Kaspersky-Produkte mehr zu nutzen.

Das berichtet das auf IT-Sicherheit spezialisierte Nachrichtenportal "Cyberscoop". Demnach seien in privaten US-Unternehmen jüngst FBI-Mitarbeiter gesichtet worden, die den Firmen eindringlich davon abgeraten hätten, den populären russischen Virenschutz zu verwenden. Ihr Verdacht: Kaspersky sei ein Werkzeug des russischen Geheimdienstes FSB, um Informationen zu sammeln und somit eine Gefahr für die nationale Sicherheit.

US-Regierung verzichtet bereits auf Kaspersky
Derlei Vorwürfe sind nicht neu. Bereits im Frühjahr hatte es aus US-Geheimdienstkreisen ähnliche Anschuldigungen gegen Kaspersky gegeben. Im Frühsommer forderte der US-Senat ein Verbot von Kaspersky-Produkten bei den Streitkräften und wenig später kündigte die US-Regierung schließlich die Zusammenarbeit mit dem russischen Unternehmen auf.

Verbindungen zwischen Kaspersky und FSB?
Dass US-Regierungsvertreter nun Privatunternehmen - insbesondere aus der Energiebranche - dazu auffordern, die Zusammenarbeit mit dem Moskauer IT-Konzern zu beenden, ist zwar eine neue Eskalationsstufe in dem Konflikt. Die Vorwürfe gegen Kaspersky - laut US-Angaben unterhalte Firmenchef Jewgeni Kasperski (englische Schreibweise: Eugene Kaspersky) enge Beziehungen zum Geheimdienst FSB - sind aber länger bekannt.

Bei Kaspersky wehrt man sich seit Monaten entschieden gegen die Vorwürfe aus den USA. Bei Kaspersky pflege man keinerlei "unpassende Kontakte" zur russischen Regierung und werde keinesfalls Cyberwaffen für irgendeinen Staat der Erde entwickeln, erklärte Kasperski bereits im Mai.

USA haben auch Vorbehalte gegen Huawei
Dass die USA Vorbehalte gegen Technologien haben, die nicht aus den USA kommen, ist freilich weder auf russische Unternehmen noch auf Virenschutztechnologien beschränkt. Noch vor rund fünf Jahren wurde in den USA etwa intensiv vor Netzwerktechnik des chinesischen Huawei-Konzerns gewarnt. Auch der Rivale ZTE war den US-Behörden suspekt.

Wie sich ein Jahr später durch die Enthüllungen eines jungen Ex-Spions namens Edward Snowden herausstellen sollte, waren es allerdings US-amerikanische Geheimdienste, die Huawei und zahlreiche andere große chinesische Unternehmen unterwandert und ausspioniert hatten.

 krone.at
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